Sonntag , 27. September 2020
Bevor die Glasfaserleitungen in den Samtgemeinden Bardowick und Gellersen verlegt werden können, müssen sich genug Haushalte per Vorvertrag für das Projekt aussprechen. (Foto: nh)

Endspurt auf dem Weg zum schnellen Internet

Bardowick/Reppenstedt. In zehn Tagen fällt der Hammer: Dann entscheidet sich, ob in den teilnehmenden Orten der Samtgemeinden Bardowick und Ge llersen kostenfreie Glasfaseranschlüsse bis in die Häuser verlegt werden. Am 20. Oktober endet die offizielle Vorvermarktung der Breitbandanschlüsse durch die kommunale „ElbKom. „Nur wenn im gesamten Ausbaugebiet mindestens 60 Prozent mitmachen, wird auch gebaut“, teilt der desig­nierte Netzbetreiber NGN Telecom GmbH mit. Derzeit sei eine durchschnittliche Beteiligungsquote von 50 Prozent erreicht. In absoluten Zahlen haben somit rund 2200 Haushalte einen Vorvertrag abgeschlossen, 2600 sind aber notwendig. Bisheriger Spitzenreiter ist das kleine Mechtersen.

„Mit den Aufträgen vom Wochenende hat Mechtersen die 60 Prozent geknackt!“, freut sich Uwe Luhmann, ehrenamtlicher Bürgermeister von Mechtersen und zugleich Vorstand der ElbKom AöR (Anstalt öffentlichen Rechts), die das Netz für schnelle Internetzugänge ausbauen soll. „Ich danke allen, die bereits dabei sind und bin sicher, dass weitere Verträge hinzukommen – wir peilen jetzt für Mechtersen die 70-Prozent-Marke an!“

Schlusslichter bei der Vorvermarktung

Doch trotz des Erfolgs kann das kleine Mechtersen mit derzeit rund 150 Verträgen den wichtigen Gesamtdurchschnitt nicht maßgeblich nach oben ziehen und ist somit auch auf die Ergebnisse in den anderen Kommunen angewiesen. „Wenn die Gesamtquote nicht erfüllt würde, müsste auch Mechtersen in die Röhre gucken“, sagt Uwe Luhmann auf LZ-Nachfrage. Und weiter: „Es würde keinen Sinn machen, einzelne Orte herauszupicken und nur dort den Ausbau zu machen.“ So seien vor allem Radbruch, Wittorf und Kirchgellersen zentrale Technik-Standorte, durch die das Backbone-Netz für die überörtliche Versorgung verlaufen würden und von dort aus sternförmig in die anderen Ortschaften.

Doch ausgerechnet Radbruch, Wittorf und Kirchgellersen bilden neben Südergellersen derzeit das Schlusslicht bei der Vorvermarktung. Dort liege die Beteiligung nach Angaben der ElbKom derzeit bei rund 40 Prozent. Bei rund 50 Prozent liege die Quote derzeit in den Gemeinden Barum, Handorf, Dachtmissen, Westergellersen und Heiligenthal, heißt es. Laut Uwe Luhmann hätten auch schon die ersten Betriebe 1-Gigabit-Leitungen beim Netzbetreiber bestellt.

Auf der Zielgeraden, aber nicht im Ziel

Bardowicks Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann sagt: „Wir dürfen uns auf keinen Fall zurücklehnen. Immerhin fehlen uns noch insgesamt rund 400 Verträge. Jeder, der einen kostenlosen Glasfasersanschluss haben möchte, sollte jetzt auch diese einmalige Chance nutzen.“ Gellersens Verwaltungschef Josef Röttgers ergänzt: „Wir befinden uns zwar auf der Zielgeraden, aber wir sind noch nicht am Ziel. In den letzten zehn Tagen werden wir noch Überzeugungsarbeit leisten, so dass wir unsere Quoten erreichen werden. Ich bin da optimistisch.“

Für alle Haushalte, die bis 20. Oktober mitmachen, erfolgt der Glasfaseranschluss des Hauses kostenfrei. Mit dessen Fertigstellung könne das Highspeed-Internet genutzt werden – und zwar kostenfrei bis der Vertrag beim alten Anbieter endet, wirbt die ElbKom. Nach dem Ende der Vorvermarktung wird sich der Verwaltungsrat der ElbKom am 26. Oktober treffen und final darüber entscheiden, ob der Breitbandausbau durchgeführt wird. Neben den Vorvermarktungsquoten kommen dann auch die Ausschreibungsergebnisse für den Glasfaserausbau und die Tiefbauarbeiten auf den Tisch.

Von Dennis Thomas