Dienstag , 20. Oktober 2020
Zum Zeitunglesen sowie zur Recherche und Vorbereitung auf Termine und Veranstaltungen nutzt Andrea Schröder-Ehlers zu Hause und unterwegs das iPad. Foto: lz/t&w

Kandidaten zur Landtagswahl/Wahlkreis Lüneburg: Andrea Schröder-Ehlers (SPD)

Lüneburg. Sie hat fast zehn Jahre Erfahrung in der Landtagsarbeit, und sie kann siegen. Das hat Andrea Schröder-Ehlers (55) bei der letzten Landtagswahl bewiese n. Sie holte für die SPD das Direktmandat im Wahlkreis Lüneburg, ließ den CDU-Kontrahenten und damaligen Kultusminister Dr. Bernd Althusmann hinter sich. Nach dem ersten Schock über das Ergebnis der SPD bei der Bundestagswahl zeigt sie sich optimistisch mit Blick auf jüngste Umfrageergebnisse. „Die bestätigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb.“ Persönlich hat sich die Sozialdemokratin ein Ziel gesetzt: Sie will wieder das Direktmandat gewinnen.

Sie will wieder das Direktmandat gewinnen

Wenn‘s nach ihrem Vater gegangen wäre, der für die CDU Bürgermeister in Schneverdingen war, hätte auch sie das Parteibuch der Christdemokraten. Dass die Juristin 1996 SPD-Mitglied wurde, habe mit der damaligen Regierungspräsidentin Ulrike Wolff-Gebhardt zu tun, deren persönliche Referentin sie war. „Über sie habe ich Zugang zur Politik gefunden.“ Die SPD-Programmatik „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“ passe zu ihren Werten.

Ende 2002, da ist sie Fachbereichsleiterin für Verkehr, Ordnung und Bürgerservice bei der Stadt Lüneburg, stirbt der langjährige SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Inselmann. Fast über Nacht muss sie entscheiden, als Direktkandidatin im Wahlkampf anzutreten. Eine enorme Herausforderung, denn Inselmann war ein Garant für Erfolg, hatte dreimal das Direktmandat geholt und viel für die Region getan.

Andrea Schröder-Ehlers unterliegt 2003 Bernd Althusmann, 2008 ist der Abstand nur noch hauchdünn – aber Althusmann hat die Nase vorne. 2013 zieht die SPD-Politikerin an ihm vorbei.
Bei ihrer Nominierung für die Landtagswahl im Februar hatte sie betont, Martin Schulz spreche ihr aus dem Herzen, wenn er soziale Gerechtigkeit zum Schwerpunkt im Bundestagswahlkampf mache. Beim Wähler hat das nicht wirklich gezogen. Schulz und den Genossen wurde ein Mangel an Konkretisierung vorgeworfen.

Schaffen von günstigem Wohnraum und die Verbesserung des ÖPNV

Schröder-Ehlers hält in der ihr eigenen freundlichen, sachlichen Art dagegen: Schulz habe deutlich gemacht, dass es einen abgestimmten Ansatz von Bund, Land und Kommunen geben müsse, um noch stärker in Schulen zu investieren. Weitere Kernthemen in Sachen sozialer Gerechtigkeit sind für sie das Schaffen von günstigem Wohnraum und die Verbesserung des ÖPNV. Aber auch in den Ausbau von Radwegen und in die Sanierung von Straßen und Brücken „muss erheblich investiert werden“. Daher begrüßt sie es, dass Ministerpräsident Weil im Falle einer Wiederwahl von Rot-Grün den Kommunen eine Milliarde für Strukturprojekte versprochen hat.

Damit dafür Gelder in Hannover bereitgestellt werden, will sie als „Mittler zwischen den Ministerien und der Region Lüneburg“ fungieren. In der laufenden Legislaturperiode habe sie unter anderem daran mitgewirkt, dass für den Neubau der Awo-Kita in Kaltenmoor sowie für den Erweiterungsbau des Klinikums Fördermittel fließen wie auch an der Ansiedlung der Hightech-Firma Bionic Production auf dem Uni-Gelände in Volgershall. „Es ist ein Stück Erfüllung für mich, wenn sich die Region gut entwickelt und innovativ nach vorne geht.“

Von Antje Schäfer

Drei Ziele für den Landtag Preisgünstiger Wohnraum, faire Löhne, gebührenfreie Bildung

Gute Arbeit und faire Löhne: Wir wollen die Digitalisierung nutzen, damit es in Zukunft mehr gute und fair bezahlte Arbeit gibt. Dazu gehört auch kostenlose Berufsausbildung, Qualifizierung und noch schnelleres Internet in Stadt und Land.
Gut und sicher leben: Wir leben in einer lebendigen Wachstumsregion. Mehr preisgünstiger Wohnraum, Klinikum, Pflege, Kultur, Uni, Bus und Bahn, das schafft Lebensqualität. Im Land arbeiten mehr Polizisten als je zuvor. Dennoch: Mehr Stellen bei Polizei und Justiz und mehr Prävention, das schafft Sicherheit.
Gute Bildung für alle: Niedersachsen geht voran: mehr Krippen, Kitas, Ganztagsbetreuung. Turbo-Abi und Studiengebühren wurden abgeschafft. Zukünftig soll Bildung komplett gebührenfrei sein, mehr Unterricht, mehr Sozialarbeit, kostenlose Meisterausbildung und gute Integration – das ist die Basis für soziale Gerechtigkeit.