Samstag , 31. Oktober 2020
Das Einfädeln vom Wilhelm-Hänel-Weg in die stark befahrerene Hamburger Straße ist schwierig. Seit Jahren wird gefordert, dass die Kreuzung ausgebaut wird mit Ampelanlage. Das soll nun laut Stadt voraussichtlich 2019 passieren. Foto: be

Ochtmissen: Ampelanlage soll endlich kommen

Lüneburg. Seit mehr als 20 Jahren gibt es Anträge im Ortsrat Ochtmissen für eine Ampelanlage im Kreuzungsbereich Wilhelm-Hänel-Weg/Hamburger Straße. Im Zusammen hang mit der Vorstellung des kleinen Neubaugebiets am Wilhelm-Hänel-Weg erklärte Matthias Eberhard, Bereichsleiter Stadtplanung, nun im Ortsrat, dass der Knotenpunkt ausgebaut und mit einer Ampelanlage versehen werden soll. Laut Verkehrsdezernent Markus Moßmann solle es spätestens nach Beendigung der Hochbaumaßnahmen auf dem ehemaligen Sperli-Gelände an den Ausbau mit Ampeln gehen – voraussichtlich 2019. Damit wurde auch eine Einwohneranfrage zur Sitzung beantwortet.

Ausschluss von Ferienwohnungen möglich

Nachdem der Bauausschuss der Stadt bereits Mitte Juni einstimmig den Entwurf für den Bebauungsplan „Am Wilhelm-Hänel-Weg“ beschlossen hatte, stellte Eberhard die Planungen nun im Ortsrat vor – auch vor dem Hintergrund, dass der Entwurf noch einmal in die verkürzte Auslegung geht. Dies geschehe, weil es inzwischen rechtlich möglich ist, Ferienwohnungen im Rahmen eines Bebauungsplanes auszuschließen. Mit Blick darauf, dass in Lüneburg dringend Wohnraum geschaffen werden muss, will die Stadt davon nun Gebrauch machen.

Eberhard erläuterte zu den Plänen für das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Sperli, dass entlang des Wilhelm-Hänel-Wegs sechs größere, zweigeschossige Stadtvillen sowie zwei kleinere zweigeschossige Mehrfamilienhäuser entstehen sollen. Im Ostteil des Areals hin zur Bahnstrecke soll eine weitere Ansiedlung von wohnverträglichem Gewerbe ermöglicht werden. Der zusätzliche Verkehr durch die Wohnbebauung und das Gewerbegebiet falle nach dem Kreuzungsausbau nicht nennenswert in Gewicht.

Im Zuge der 2. Änderung des Bebbauungsplanes 129 Schlieffenpark müssen Ausgleichsflächen, die dort festgesetzt waren, sozusagen verlagert werden. Eine davon soll westlich des Sportparks in Ochtmissen angesiedelt werden, wo es bereits Magerstandorte gebe, die schon relativ hochwertig seien und die noch aufgewertet werden sollen, erklärte Peter Zurheide, Bereichsleiter Grünplanung. Auf die Frage von Frank Soldan (FDP), ob der Weg durch das Areal erhalten bleibe, sagte Zurheide: „Ja, und wir werden die Fläche erlebbar machen mit einem Aussichtspunkt mit Info-Tafeln zu den Biotopen, um einen Beitrag zur Umweltbildung zu leisten.“ Gleichzeitig will man dem Bedarf nach Sporterweiterungsflächen gerecht werden, berücksichtigt sei Platz für zwei große Sportplätze sowie einen Trainingsplatz. Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz begrüßte diese Planungen. „Es läuft sehr gut, weil Verein und Verwaltung miteinander geredet haben.“

Jens Kiesel (SPD) plädierte dafür, dass die Stadt mit dem Kreis Verhandlungen aufnehmen möge für eine bessere Busanbindung von Ochtmissen zum Kreideberg. Geprüft werden solle, ob die Linie 5005 nicht zweimal vor- und nachmittags statt über die Schomaker Straße über die Thorner Straße geführt werden könne, damit Ochtmisser am Thorner Platz ihre Einkäufe und Arztbesuche erledigen könnten.

Gespräch mit dem Kreis über bessere Busanbindung

Moßmann verwies darauf, dass bereits 2002 der Sommerfahrplan darauf geändert worden sei. Aufgrund der geringen Resonanz sei die Tour 2003 eingestellt worden. Auch ein Bürgerbus hätte keine große Nachfrage gehabt. Er plädierte für eine Anwohnerbefragung. Mehrheitlich stimmte der Ortsrat dem Antrag von Kiesel zu, bei zwei Gegenstimmen von Knut Henke und Rüdiger Schmidt (beide Grüne), die derzeit keinen Bedarf für eine solche Busanbindung sehen.

Den Feldweg zwischen Imkerstieg und Landwehrgraben nutzen Ochtmisser, um per Rad zum Bahnhof in Bardowick zu fahren. Die Strecke auf Stadtgebiet ist in schlechtem Zustand, stimmte Moßmann einer Anfrage von Kiesel zu, der wissen wollte, wie man die Situation verbessern könne. Vorstellbar sei eine Asphaltdecke wie auf Bardowicker Areal, Kosten für 900 Meter: 200 000 Euro. Moßmann verwies aber auf den Radschnellweg, der von Hamburg kommen soll. Dazu sei eine Machbarkeitsstudie in Arbeit, deren Ergebnisse man noch abwarten solle. Kiesel wollte zudem wissen, ob man nicht die alte Bahnstrecke von Vögelsen nach Lüneburg zu einem Radweg ausbauen könnte. Moßmann erklärte, dass man zuletzt 2006 mit der Bahn verhandelt habe, deren Preisvorstellungen seien zu hoch gewesen. Da es verschiedene alternative Radstrecken gebe, sehe man keinen Anlass für erneute Gespräche.

Von Antje Schäfer