Schäfer Graumann zeigt eines der gerissenen Schafe. Sein Verdacht: „Das war ein Wolf.“ Foto: ca

Schafe bei Rettmer gerissen

Lüneburg. Für Klaus Hoppe und seinen Schäfer Sven Graumann war es gestern ein Schock: Fünf Schafe lagen blutig auf der Streuobstwiese an der alten Ziegelei Rett mer. Hoppe, Geschäftsführer der Campus-Gesellschaft und Öko-Landwirt, berichtet: „Zwei waren tot, zwei musste der Tierarzt einschläfern, eins konnte er retten und die Wunden vernähen.“ Der Verdacht: Ein Wolf hat die Moorschnucken getötet. Graumann, seit 25 Jahren Schäfer, sagt: „Ein Hund hätte ein Schaf nicht gerissen, ich bin mir sicher, dass es ein Wolf war.“

Das schließt auch Wolfsberater Uwe Martens nicht aus: „Von der Gegend her, könnte dort ein Wolf unterwegs sein.“ Er wollte die Spuren auswerten und entsprechende Proben nehmen, die dann analysiert werden, um Gewissheit zu erlangen.

Hoppe findet, dass sich der Wolf sehr weit an die Stadt heranwagt. Es ist nur ein paar Hundert Meter bis zum Ortsrand in Rettmer, auch nach Oedeme ist es nicht weit. Martens erklärt, es sei nicht ungewöhnlich, dass Wölfe auch durch besiedeltes Gebiet ziehen. Das wisse man von anderen Tieren.

Hoppe hat seine anderen 45 Schafe, aber auch seine Hühner und Enten zusammengetrieben: „Die kommen in den Stall. Der Wolf kann ja Gefallen daran gefunden haben, sich wie an der Fleischtheke zu bedienen.“ ca