Donnerstag , 22. Oktober 2020
Der Kreistag tagt in der Ritterakademie. Foto A/Philipp Schulze

Lüneburgs Junge Union fordert Kreistags-Sitzungen live im Internet

Lüneburg. In Sachen Kreistag live setzt die Lüneburger Junge Union nach. Chef Alexander Schwake sagt: „Der Kreistag muss transparenter werden und seine Sitzungen deshalb zumindest live im Internet übertragen. Die Sorge einiger Kreistagsmitglieder, dass man ihnen anhand von Videoausschnitten aus ihren Reden das Wort im Munde umdrehen könne, halte ich für unbegründet.“

Alexander Schwake

Als die LZ die Abstimmung des Kreistages zur Lüneburger Arena, ein Millionen-Projekt, live bei Facebook sendete, regte das manchen Kreistagsabgeordneten auf, weil die Satzung des Gremiums das verbiete. Ihre Persönlichkeitsrechte würden eingeschränkt. Genau da liegen die Kritiker auf dem Holzweg. Für Lüneburg sind sie so wichtig wie Bundestagsabgeordnete für Deutschland. Sie haben sich aufstellen lassen, sie den Landkreis im Wahlkampf mit ihren Konterfeis zugepflastert, sie sind mindestens für die Region relative Personen der Zeitgeschichte.  Zwar überlegt eine Arbeitsgruppe, wie die Kreistagsarbeit auch in den neuen Medien präsent sein könnte. An Streaming ist nicht gedacht.

Alexander Schwake, auch Landtagskandidat der Union, sagt dagegen:„Die Kreistagsmitglieder stehen schließlich aufgrund ihres Mandates längst im besonderen Fokus der Öffentlichkeit. Zudem sind die Kreistagssitzungen schon heute grundsätzlich öffentlich, nur im Internet können sie eben nicht in Echtzeit verfolgt oder im Nachhinein angeschaut werden. Jedes Mitglied muss also auch heute schon darüber nachdenken, was es sagt, und sich an seinen Worten messen lassen.“. Er verweist auf den Bundestag: „Dort funktioniert das ja auch.“

In der Arbeitsgruppe „Neue Medien“ sitzten Vertreter aller Kreistagsfraktionen, des IT- Services, der Pressestelle der Kreisverwaltung und der Datenschutzbeauftragte. Nächstes Treffen: im August.