Sonntag , 25. Oktober 2020
So soll die neue Halle mal aussehen, die Sparkasse könnte Namensgeber werden. Grafik: Bocklage + Buddelmeyer GmbH

Positives Votum für die Arena in Lüneburg?

Lüneburg . Viele Politiker im Kreistag sagen Ja zur neuen Halle, knüpfen ihre Zustimmung aber an Bedingungen. Sie wollen mehr über die Kosten, den möglichen Betr eiber und Risiken erfahren. Wie berichtet, haben die meisten Vorsitzenden der Fraktionen und Gruppen in einer LZ-Abfrage dem Landkreis ihre Unterstützung zugesichert, aber nicht um jeden Preis. Am Montag, 19. Juni, steht die entscheidende Kreistagssitzung an, dann könnten die Politiker das Projekt „Arena Lüneburger Land“ endgültig auf den Weg bringen. Chefplaner Jürgen Krumböhmer arbeitet seit Wochen mit seinem Team auf Hochtouren, um Fakten zu schaffen. Der Erste Kreisrat setzt auf ein positives Votum.

Ausstiegsoption als Klausel im Vertragswerk

Dass der Kreis die Planung vorantreibt, zeigt der Grundstückskauf. Der ehemalige Eigentümer Jürgen Sallier und Landrat Manfred Nahrstedt haben jetzt den Kaufvertrag unterschrieben – mit Ausstiegsoption. Wenn nämlich der Kreistag bis Ende September keinen positiven Baubeschluss fasst, erhält der Immobilienmakler das Grundstück zurück. Das bestätigt Sallier auf LZ-Nachfrage: „Der Verkauf ist über die Bühne gegangen.“ Für seine Aufwendungen wird er noch vom Landkreis entschädigt. Der Betrag dürfte deutlich über 800.000 Euro liegen.

Der Erste Kreisrat bewertet den Verkauf als Schub für alle, die an der Planung beteiligt sind. „Durch den Kaufvertrag haben wir jetzt eine rechtliche Grundlage“, sagt Krumböhmer, dadurch sei klar, dass die Honorare auch bezahlt würden. Denn die Ausführungsplanung läuft bereits, das bedeutet, dass zurzeit vor allem die technischen Details ausgearbeitet werden. „Wir beschäftigen uns mit der Elektroplanung, dem Hallenboden, Sanitäranlagen und Catering.“ All diese Aspekte hätten auch unmittelbar mit dem Brandschutzkonzept zu tun. Alles müsse so gebaut werden, dass man in einem Ernstfall 3500 Besucher möglichst schnell aus der Halle bekommt.

Landkreis sucht schon nach neuen Architekten

Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch der künftige Betreiber miteinbezogen werden. Vieles hängt zurzeit an Montag, 12 Uhr. Dann müssen die verbindlichen Angebote der Interessenten vorliegen, zwei sind noch im Rennen. Die möchte Krumböhmer auch in der Kreistagssitzung vorstellen. Über den Abschluss des Betreibervertrags müsse aber der Kreisausschuss entscheiden.

Nebenbei sucht der Landkreis schon nach neuen Architekten, für die weiteren Leistungen ist er zu einer europaweiten Ausschreibung verpflichtet. Ende Mai ist das Gesuch veröffentlicht worden, Firmen können sich sowohl für die Objektplanung Hochbau als auch für Fachplanungsleistungen im Bereich Heizung-Lüftung-Sanitär und Elektroinstallationen bewerben. Der 1. August ist als Termin für den Leistungsbeginn angegeben, die Aufträge sollen direkt nach Abschluss der Ausführungsplanungen vergeben werden. Dann soll die Ausschreibung für den Rohbau folgen.

Ende 2018 sieht Krumböhmer als „optimales Ende“ an, dann soll das Projekt abgeschlossen sein. Das würde den Volleyballern gefallen, denn die brauchen dringend eine neue Halle, um weiter in der 1. Bundesliga spielen zu können. Mittwoch hat der SVG-Vorsitzende Andreas Bahlburg in der LZ deutlich gemacht, dass das Schicksal der Mannschaft mit der Arena verbunden sei. Krumböhmer plant die Halle zwar als Veranstaltungsort, sagt aber, dass die zeitliche Disposition durchaus von der SVG beeinflusst werde. „Natürlich ist das ein Punkt, der uns bewegt.“

Kreissportbund steht zum Standort Lüner Rennbahn

Entschieden wirbt auch Christian Röhling, Vorsitzender des Kreissportbundes Lüneburg (KSB), für das Projekt. „KSB und Sportentwicklungsausschuss stehen ganz klar hinter dem Bau der Halle an diesem Standort“, verdeutlicht Röhling, der dabei nicht nur die SVG im Blick hat. Seitdem die Nordlandhalle nicht mehr zur Verfügung steht, fehlt dem Lüneburger Sport insgesamt eine Stätte, in der zum Beispiel größere Turniere ausgetragen werden können. Röhling: „Aus Sicht des Sports darf es keine weiteren Verzögerungen geben. Sonst ist das Projekt tot.“

Von Anna Paarmann

Mehr dazu:

Kreistag steht zum Bau

Die Baugenehmigung ist auf dem Weg

Die Arena-Pläne – Ein Landkreis unter Druck

Der Traum lebt weiter

Entscheidung zur Lüneburger Arena erst im Frühjahr 2017

Zu wenig Parkplätze an der geplanten Arena Lüneburger Land

Kritik am Finanzierungsmodell zu groß

Alles zurück auf Start

Über die Verträge wird noch verhandelt

Neue Mehrheit für Arena Lüneburg

Arena könnte im Herbst 2017 fertig sein

Der Bagger kann starten

Artenschutz verzögert Abriss

Neue Arena für Sport und Kultur in Lüneburg