Mittwoch , 30. September 2020
Die Stadt möchte die durch Kopfsteinpflaster geprägte Salzstraße Am Wasser umgestalten und muss dabei auch den Denkmalschutz berücksichtigen. Foto: t&w

Radfahrer hoffen auf neues Pflaster

Lüneburg. Noch gleicht die Salzstraße Am Wasser einer Buckelpiste – zum Leidwesen der Radfahrer, die hier unterwegs sind, um den Verkehr in der Bardowicker Straße und Reichenbachstraße zu umgehen, oder den Treidelweg für einen Ausflug an der Ilmenau ansteuern. Wenn die Arbeiten am Visculenhof abgeschlossen sind, dürfte die Straße noch attraktiver werden. Die Stadt möchte sie deshalb umgestalten. Ein Wunsch von vielen Radfahrern dabei: ein anderen Bodenbelag. Doch aus Gründen des Denkmalschutzes dürfte das schweirig werden.

Burkhard von Roeder, Vorstandsmitglied beim Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), nutzt die Salzstraße Am Wasser regelmäßig. Teile des Gehwegs hat die Stadt bereits saniert, dort wurden Betonplatten verlegt. Doch dorthin könnten Radfahrer nicht ausweichen, um das Kopfsteinpflaster zu umgehen, „da stehen überall Tische der Läden“. Nicht nur die Kneipe „Pons“, sondern auch die Restaurants „Viscvle“ und „Anna‘s Café“ bieten direkt am Ufer der Ilmenau Sonnenplätze an.

Der Experte hofft, dass die Stadt den Radverkehr bei der Umgestaltung der Straße berücksichtigt. „Die Stadt sollte an einer guten Radverbindung interessiert sein, auch aus touristischer Sicht“, sagt von Roeder. Er könnte sich vorstellen, dass das Kopfsteinpflaster dort entweder abgesägt oder ein Streifen für Radfahrer angelegt wird.

Dass sich das nicht so einfach umsetzen lässt, macht Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck deutlich. „Wir müssen uns zunächst mit der Unteren und Oberen Denkmalschutzbehörde abstimmen.“ Weil die Straße unter Denkmalschutz stehe, könne man auch das Pflaster nicht einfach umgestalten. „Der denkmalwürdige Charakter muss erhalten bleiben, wir hoffen da auf einen Kompromiss.“ Dass die Salzstraße Am Wasser Teil einer interessanten Radfahrroute ist, sieht auch die Verwaltung so, betont die Sprecherin. „Wir werden die Interessen der Radfahrer auch berücksichtigen.“ Entsprechende Arbeiten seien jedoch erst für 2018 vorgesehen. „Wir werden aber voraussichtlich im kommenden Herbst den Bauausschuss und auch Anwohner beteiligen.“

Zunächst möchte die Stadt den restlichen Fußweg barrierefrei gestalten. Doch das sei abhängig von der Fertigstellung des Visculenhofs, dem Projekt der Firma Schulte Bauregie. „So lange wir dort noch eine Baustelle haben, ergibt es keinen Sinn, am Fußweg zu arbeiten.“ Der würde wieder in Mitleidenschaft gezogen werden. „Ein bisschen Geduld braucht es dort also noch.“

Wie viel Geduld Anwohner und Passanten dort noch haben müssen, kann auch Jessica Müller nicht verraten. Sie leitet bei der Firma Schulte Bauregie das Projekt Visculenhof. Auf LZ-Nachfrage sagt sie, dass sich die Fertigstellung der letzten Wohnungen durch „noch zu treffende Entscheidungen der Käufer“ verzögere.

Von Anna Paarmann