Montag , 26. Oktober 2020
Das Postgelände an der Sülztorstraße in Lüneburg ist aufgrund seiner zentralen Lage ein echtes Filetstück. Doch die Pläne, das Gelände zu entwickeln, haben sich zumindest vorerst zerschlagen. Foto: A/boldt

Lüneburg: Postgelände bleibt vorerst, wie es ist

Lüneburg. Über mehrere Jahre wurde über eine künftige Nutzung des Postgeländes diskutiert, zuletzt auch unter der Prämisse, dort Wohnungen zu schaffen. Inzwischen hat sich die Stadt auch auf die Fahnen geschrieben, bis 2021 mit einem Wohnungsbauprogramm rund 2100 neue Wohnungen zu errichten. Während Standorte wie das Hanseviertel III, Ebensberg (Am Raderbach) und Wienebütteler Weg entwickelt werden sollen, liegt das Postgelände nun jedoch plötzlich auf Eis.

Alte Pläne sind überholt

Im November 2013 sah das noch anders aus. Damals hatte die Stadt einen Bebauungsplanentwurf für das Gelände präsentiert. Danach planten Investoren, denen das Areal gehört, dort den Neubau eines Frischemarktes sowie ein Gebäude für einen Discounter. In den Frischemarkt wollte der Edeka-Markt umziehen, der auf dem Salinengelände angesiedelt ist. Im Zuge der Auslegung des Bebauungsplanentwurfs hatte es Einwendungen gegeben zur Größe der Märkte, der verkehrlichen Erschließung und zu fehlenden Ansätzen für Wohnbebauung. Für Letzteres machten sich dann auch die Grünen im Juni 2014 stark.

Bei einer öffentlichen Fraktionssitzung plädierten sie unter anderem für Wohnbebauung auf dem Areal, und zwar zwischen Salzmuseum und Postgelände sowie in Richtung Am Weißen Turm. Die damalige rot-grüne Mehrheitsgruppe erklärte, die Planungen müssten noch mal auf den Prüfstand. Im Herbst 2014 kündigte Stadtbaurätin Heike Gundermann dann im Bauausschuss an: „Wir wollen eigene Vorschläge entwickeln, alternativ zu den Investorenplänen, dazu wollen wir mit einem Planungsbüro zusammenarbeiten.“

Weiterentwicklung nicht notwendig

Im Mai 2016 hakte die LZ nach. Seitens der Stadt hieß es da: „Wir führen für das Postgelände die gleichen Gespräche wie beim Lucia-Gelände. Wir haben selbst einen Planer von außerhalb draufblicken lassen und gehen davon aus, dass die Investoren das Gleiche machen. Am Ende hoffen wir auf einen ähnlich erfolgreichen Prozess wie beim Lucia-Gelände mit mehr Wohnungen für Lüneburg.“ Man gehe davon aus, der Öffentlichkeit bereits im Herbst erste Ergebnisse zur Diskussion vorstellen zu können. Die blieben aus.

Inzwischen hat Meike Bergmann, Geschäftsführerin des Edeka-Marktes auf dem Salinengelände, ihren Markt am aktuellen Standort mit Millionenaufwand modernisieren lassen (LZ berichtete). Sie hatte ursprünglich gehofft, schneller aufs Postgelände wechseln zu können, so dass die Arbeiten nicht mehr notwendig gewesen wären. Dann aber dauerten die Planungen für das Postgelände doch deutlich länger.

Auf Nachfrage sagt Stadtbaurätin Heike Gundermann jetzt: Das Vorhaben Postgelände habe sich weiter verzögert. Da der Edeka-Markt inzwischen saniert sei, sei aus Sicht der Bauverwaltung nicht mehr die Notwendigkeit gegeben, das Gelände zurzeit zu entwickeln. Auch Jürgen Sallier, einer der Investoren, meint: „Der Zeitdruck ist raus, nachdem der Markt am Salinenstandort modernisiert wurde.“ Es könne noch Jahre dauern, bis das Postgelände entwickelt werde.

Von Antje Schäfer