Mittwoch , 30. September 2020
Die Flieger und die Stadtratsfraktion der Linken sparen nicht mit Kritik an der Homepage. Foto: A/phs

Lüneburger Feuerwehrflieger darf weiter abheben

Lüneburg. Gute Nachrichten für den Feuerwehr-Flugdienst: Das Land Niedersachsen hat die Befristung des Einsatz-Erlasses aufgehoben, „damit ist klar geregelt, dass wir in Zukunft dauerhaft bei höchster Waldbrandstufe auch zu Beobachtungsflügen in die Luft gehen“, erklärte Lüneburgs Kreisbrandmeister Torsten Hensel am Sonnabend beim traditionellen Anfliegen auf dem Lüneburger Flugplatz. Alle Zweifel an der Notwendigkeit des Flugdienstes scheinen damit auf Landesebene endgültig ausgeräumt. Und auch Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) betonte am Sonnabend: „Wir als Landräte der betroffenen Kreise sind uns einig, dass wir den Flugdienst immer brauchen werden, auch um die Sicherheit der Feuerwehrleute gewährleisten zu können.“

Zukunft des Flugdienstes vorerst gesichert

2011 hatte es um den Einsatz des Flugdienstes Niedersachsen großen Wirbel gegeben, nachdem die damalige schwarz-gelbe Landesregierung dem Flieger für Beobachtungsflüge bei höchster Waldbrandgefahrenstufe ein Startverbot erteilt hatte. In die Luft gehen sollte das Team nur noch im Brandfall, auf diese Weise wollte das Land Geld sparen. Der Protest war groß, das Land lenkte schließlich ein und regelte den Einsatz des Fliegers in einem Erlass. Der allerdings war befristet und musste jährlich verlängert werden. Damit ist nun Schluss, „seit Anfang März ist der Erlass unbefristet“, berichtete Kreisbrandmeister Hensel.

Die Zukunft des Flugdienstes ist damit vorerst gesichert – und das Team ist nach dem „Anfliegen“ am Sonnabend wieder perfekt vorbereitet für die Saison. Insgesamt 14 Mal startete die Cessna, damit alle Piloten, Flugbeobachter und Forst-Mitarbeiter den Ernstfall mindestens einmal trainieren konnten. Unterstützt wurden sie dabei von der Feuerwehr Borstel (Stadt Winsen/Luhe), die mit einer Nebelmaschine den Brandrauch im Wald simulierte. Das „Feuer“ musste von dem Flugteam zunächst lokalisiert, dann das Einsatzteam am Boden zur Einsatzstelle geführt werden.
„Dies ist eine praxisnahe Übung, die im Ernstfall die Lebensversicherung für die Einsatzkräfte am Boden sein kann, die die Entwicklung eines Brandes selten so frühzeitig erkennen können und schlimmstenfalls in eine gefährliche Sackgasse fahren“, erklärte Hensel.

Vier Starts täglich bei Waldbrandgefahr

In die Luft gehen wird das Team des Flugdienstes immer dann, wenn die höchste Waldbrandgefahrenstufe gilt und die Polizeidirektion in Lüneburg den Einsatzbefehl gibt. „In der Regel starten wir dann viermal am Tag zu jeweils einem rund 240 Kilometer langen Rundflug“, so Hensel. Abgedeckt werden dabei die Kreise Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen, Heidekreis, Harburg sowie Teile der Landkreise Gifhorn und Celle. Zusätzlich sind an 17 Standorten Überwachungs-Kameras installiert. „Die Kamera-Zentrale ist ab Waldbrandgefahrenstufe 3 besetzt“, berichtete Torsten Hensel, „und je höher die Gefahrenstufe ist, desto mehr Personal ist auch dort im Einsatz.“

Im vergangenen Jahr war der Feuerwehr-Flugdienst nur ein einziges Mal im Einsatz – zur Unterstützung des Landes bei der Suche nach Problemwolf „Kurti“. Welche Gefahren und Herausforderungen den Flugdienst in diesem Jahr in die Luft treibt? „Wir werden sehen“, sagt Hensel. „Das Team ist auf jeden Fall vorbereitet.“

Von Anna Sprockhoff

Feuerwehr-Flugdienst: Einmalig in Deutschland

Der Feuerwehr-Flugdienst des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen ist eine einmalige Einrichtung in Deutschland. Der Landesverband unterhält zurzeit zwei Maschinen vom Typ Cessna 206 (300 PS) mit der finanziellen Unterstützung der öffentlichen Versicherer und des Landes Niedersachsen.

Aktiv im Luftstützpunkt Lüneburg sind derzeit sieben Piloten, sechsundzwanzig Flugbeobachter und acht Mitarbeiter der Forstverwaltung aus den Kreisen Lüneburg, Harburg, Heidekreis, Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Celle.

Die Piloten und Flugbeobachter sind Mitglieder der Feuerwehr und ehrenamtlich im Einsatz.