Mittwoch , 28. Oktober 2020
Der bundesweit wohl letzte Menschenaffe "Robby" muss laut Urteil des Lüneburger Oberverwaltungsgerichts in eine Tierhaltungseinrichtung abgegeben werden. Foto: vier pfoten

Zirkusaffe „Robby“ muss in eine Tierhaltungseinrichtung

Lüneburg. Richter haben am Donnerstag über die Zukunft des bundesweit wohl letzten Menschenaffen „Robby“ entschieden: Die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Lüneburg hat die Klage des Zirkusbetreibers abgewiesen. Der 44-jährige Schimpanse muss demnach in eine Tierhaltungseinrichtung abgegeben werden.

Zirkusaffe weist Verhaltensstörung auf

Nach Angaben von Sachverständigen weise Robby schwere Verhaltensstörungen auf. Zwar sei das Tier unstreitig in guter körperlicher Verfassung, so ein Sprecher des Verwaltungsgerichts, ihm fehle jedoch die Interaktion mit Artgenossen.

„Robby muss ein artgemäßer Lebensabend in der Auffangstation ermöglicht werden“, hatte eine Sprecherin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten vor Prozessbeginn gefordert. „Eine Entnahme wäre ein Todesurteil für Robby“, sagte dagegen Robbys Besitzer. Der Jubel auf Seiten der Tierschützer ist jetzt groß.

Das Gericht hatte 2015 in einem Eilverfahren entschieden, dass Robby zunächst bei seinem Besitzer bleiben darf, bis ein Urteil in der Hauptsache gefallen ist. Die Richter stellten dabei jedoch bereits fest, dass die Einzelhaltung tierschutzwidrig sei. Eine Wegnahme des Tieres sei aber nur zulässig, wenn es erheblich vernachlässigt werde oder eine massive Verhaltensstörung vorliege. lz/dpa

Mehr dazu lesen Sie morgen in der LZ