Walter Braunholz, Vorsitzender des Vereins „Sparclub Up de Heid“, freut sich über den doch positiven Ausgang der Mitgliederversammlung. Foto: sk

Wittorf: neue Hoffnung für Heideblütenfest

Wittorf. Ein Lichtblick für das Heideblütenfest Wittorf: Vor zwei Wochen stand die Traditionsveranstaltung schon kurz vor dem Aus (LZ berichtete), nun hat sich der „Sparclub Up de Heid“ bei seiner Mitgliederversammlung entschieden: „Wir machen weiter.“ Zumindest in diesem Jahr soll es in Wittorf wieder ein Heideblütenfest geben. Ob das gelingen wird, hängt jetzt davon ab, ob der geschmiedete Plan aufgeht.

Flächeneigentümer schreibt Brief an Vereinsmitglieder

Seit mehr als 70 Jahren richtet der „Sparclub Up de Heid“ das Heideblütenfest in Wittorf aus. Doch die steigenden Besucherzahlen brachten über die Jahre hohe Auflagen und einen großen Personalmangel mit sich. In diesem Jahr kam für den Sparclub ein weiteres Problem dazu: Der Eigentümer des Festplatz-Geländes und Alt-Bürgermeister Gustav Rieckmann spielt mit dem Gedanken, einen Teil des Geländes, das er dem Verein bisher immer kostenlos zur Verfügung gestellt hat, zu verkaufen. „Es ging hier immer hin und her“, sagte der Vorsitzende Walter Braunholz. „Kriegen wir das Land oder nicht?“ Vergangene Woche sei der Vorstand kurz davor gewesen, endgültig die Reißleine zu ziehen. Nun stand die Zukunft des Festes zur Diskussion.

Rieckmann als Eigentümer des Festgeländes hatte sich am Sonnabend per Brief an die Vereinsmitglieder gerichtet und erklärt: „Da mich ein Wittorfer Landwirt gefragt hat, ob er die Ackerfläche von mir erwerben kann, um seine Existenz zu sichern, und aus Gründen meiner Altersvorsorge habe ich es lediglich in Erwägung gezogen, das entsprechende Grundstück bei Zeiten zu veräußern.“ Außerdem drückte er seine Enttäuschung über die persönlichen Anfeindungen aus, die ihm seitens einiger Gemeindemitglieder entgegengebracht worden seien. Er fände es aber weiterhin toll, was der Sparclub jedes Jahr mit dem Heideblütenfest auf die Beine stellt. „Daher habe ich mich entschlossen, das Grundstück dem Sparclub letztmalig in 2017 zur Verfügung zu stellen.“

Damit war ein Problem zumindest für 2017 gelöst. Doch es bleiben drei andere. Eine der größten Herausforderungen sieht Braunholz im Personalmangel. „Letztes Jahr mussten wir vom Vorstand stundenlang als Parkwächter arbeiten.“ Auch die höheren Auflagen zum Beispiel für Parkplätze oder beim Lärmschutz stellten nicht nur ein organisatorisches Problem dar, sondern setzten den Verein finanziell zusätzlich unter Druck. Und es bleibt die Frage: Wer übernimmt die Haftung? Laut Pressewart Karsten Blau kann nicht mehr der Verein allein für die Veranstaltung geradestehen. Dafür sei das Fest mittlerweile einfach zu groß. Die Haftung müsse eine natürliche Person tragen, wie es im Juristendeutsch heißt. Aber es möchte keiner der Vereinsmitglieder seinen Kopf hinhalten.

Mitglieder und Bürger um Unterstützung gebeten

Die Diskussion ging hin und her. Solle man ein letztes Abschiedsfest feiern? Sich verkleinern oder ganz neu erfinden? „Zurückrudern geht nicht“, befand Braunholz. „Es werden immer mehr Menschen und dann stehen die Leute auf der Straße.“ In diesem Jahr erwartet der Spar-club rund 2 000 Gäste.
Petra Gebert bot ihre Unterstützung im Namen der Samtgemeinde Bardowick an, der ebenso wie der Gemeinde Wittorf viel am Erhalt des Festes liegt. Ihr Vorschlag: Die Samtgemeinde könne bei der Organisation helfen, möglicherweise sogar die Haftung für Teile der Veranstaltung übernehmen.

Braunholz möchte sich zudem mit DJ Manfred Hauke in Verbindung setzen, um zu klären, ob er die Zeltdisco als offizieller Veranstalter übernehmen könne. Das Problem: Die Zeltdisco ist laut Pressewart Blau die größte Einnahmequelle, durch die sich das Fest finanziert. Es käme jetzt darauf an, was bei den Verhandlungen für den Sparclub herausspringe.

Ob der Plan zur Rettung des Heideblütenfestes 2017 aufgeht, müssen nun die weiteren Verhandlungen zeigen. Auf jeden Fall ist Eile geboten. Der Sparclub steht unter enormem Zeitdruck. Spätestens Anfang Mai müssen die Dahlien für das Fest in die Erde.

Der Vorstand bittet nun um Unterstützung der Mitglieder und Bürger. In den nächsten Wochen wird eine Arbeitsliste herumgehen, in die sich Helfer eintragen können. „Wie es nach diesem Jahr weitergeht, ist noch nicht klar“, sagt Braunholz.

Von Svana Kühn