Samstag , 26. September 2020
Das SaLü wird 25 Jahre alt. Auf viele Geburtstagsgäste freuen sich die langjährigen Mitarbeiter Martin Petersmann (l.) und Michael Hohm (r.) sowie Geschäftsführer Dirk Günther. Foto: phs

Lüneburger Wasserspiele: SaLü feiert 25. Geburtstag

Lüneburg. Das Kurzentrum war selbst zum Patienten geworden und brauchte eine Intensivbehandlung. Damals, Anfang der 90er-Jahre. Längst passé. Heute zählt die Salztherme Lüneburg (SaLü) zu den Besuchermagneten der Region. Knapp 400 000 Gäste im Jahr nutzen die Angebote. Im November 2016 passierte der neunmillionste Besucher die Eingangstür. Einer, der zur Crew der ersten Stunde gehört, ist Martin Petersmann. Der 50-jährige Schwimmmeister kann sich noch genau an den Tag der Eröffnung heute vor 25 Jahren erinnern. Er hatte beim Umbau im Blaumann mit angepackt, servierte mit den anderen Angestellten Sekt für die 600 geladenen Gäste.

Er hat fast jeden Wandel mitgemacht, mit dem das Bad auf den veränderten Anspruch der Besucher reagierte. Die Gäste würden heute deutlich mehr Komfort, Dienstleistungen und eine geringere Wartezeit erwarten. Eine wesentliche Veränderung: Mitte der 90er-Jahre wurden die Kurse eingeführt. Petersmann, Fachangestellter für Bäderbetriebe, lacht, als er von dem Trend „Aquaback“ erzählt, der in Lüneburg vor vier Jahren angekommen ist. „Heute stehen die Fitnessgeräte im Wasser, das ist besonders gelenkschonend.“ Bei Aquaback müssten die Teilnehmer ein 60-minütiges Zirkeltraining im flachen Wasser absolvieren.

Zum Angebot zählen aber auch „normale“ Schwimmkurse, sie machen die Hälfte der rund 100 Kurse aus, die wöchentlich im SaLü gegeben werden, und erfreuen sich besonderer Beliebtheit. Für Geschäftsführer Dirk Günther liegt das daran, dass Schwimmunterricht heute häufig nicht mehr von den Schulen angeboten werde. „Immer weniger Kinder können schwimmen, da sind wir in der Pflicht.“ Die Nachfrage sei so groß, dass die Wartezeit oft sechs Monate beträgt. Aber auch Angebote für Erwachsene werden zunehmend nachgefragt. Günther: „Es gibt auch viele Erwachsene, die nicht schwimmen können.“

Einen „Mega-Trend“ sieht Günther beim Saunieren. Fast ein Drittel der Gäste komme inzwischen zum Schwitzen ins SaLü – eine Entwicklung, die sich seit der Jahrtausendwende abzeichne. Und der folgen sowohl jüngere als auch ältere Menschen. „Wir haben Besucher vom Kleinstkind bis zum Senior.“ Trotz des breiten Interesses gebe es spezielle Angebote wie die Familien-Sauna oder als neuen aufkommenden Trend die Baby-Sauna.

Aber Günther und Kollegen kennen auch auch ihre Problemfälle, die sie liebevoll die „verlorene Generation“ nennen. „Das ist ein Klientel, das man schwer erreicht.“ Gemeint sind die 14- bis 20-Jährigen. „Da kann man so viele Angebote machen, wie man will.“ Für sie sei eher das Freibad interessant, „aber auch nur dann, wenn das Wetter eine Woche lang schön ist, und die Vorhersage drei Wochen Sonnenschein prophezeit“. Dass die Ausbeute im Indoor-Bereich so mager ist, begründet der Chef der Salztherme mit der „erwachenden Körperlichkeit“, der eine oder die andere geniert sich plötzlich, auch hätten die Jugendlichen in dem Alter andere Dinge um die Ohren.

An Wochenenden oder in den Ferien ist erfahrungsgemäß am meisten los, trifft beides zu, „tummeln sich schon mal 2500 Gäste in unserem Haus“. Dann kümmern sich Martin Petersmann und seine Kollegen darum, dass alle Spaß haben und kein Unglück passiert. Im Sommer, wenn im SaLü weniger los ist, wechselt ein Teil der Crew ins Freibad Hagen, Wie Michael Hohm (48). „Da bin ich mal Gärtner, mal Elektriker oder auch Maurer“, sagt er. Viele Badegäste aber sehen in ihm noch in erster Linie den braungebrannten Bademeister, der mit Trillerpfeife und Megafon ums Becken rennt.

Von Anna Paarmann

Die Einweihung

Am 24. April 1992 wurde die Salztherme Lüneburg eröffnet – trotz einer am Morgen eingegangenen Bombendrohung. Beim Festakt dabei war neben Oberbürgermeister Ulrich Mädge unter anderem der damalige Innenminister Gerhard Glogowski.

30 Millionen Mark hatte die Badelandschaft im Kurzentrum gekostet, die großflächig um- und ausgebaut wurde. Die Gäste staunten bei der Einweihung über 1550 Quadratmeter Wasserfläche, ein Sole-Außenbecken und acht Saunen. Auch die 90 Meter lange Wasserrutsche wurde als Attraktion eingeweiht. Für das Rahmenprogramm sorgten der Zauberer „Mr. Cox“ und ein DLRG-Wasserballett.

Eckdaten in der Geschichte

  • 2001: Sanierung des Gradierwerks
  • 2002: Eröffnung der Wellness-Landschaft
  • 2004: Abriss der Kurmittelabteilung, Aufbau der Tagesklinik, Einweihung der neuen Kinderwelt und der Kleinen Sauna
  • 2005: Eröffnung der Tagesklinik am Kurpark
  • 2006: Einweihung des ersten renovierten Abschnittes der Umkleiden
  • 2007: Einweihung zweiter Abschnitt
  • 2010: Eröffnung des neuen Sportbads
  • 2014: Vergrößerung und Neugestaltung des Fitnessstudios, Neugestaltung des Umkleidebereichs
  • 2015/2016: Sanierung Bewegungsbecken, Umkleideräume, Neugestaltung der Fassade am Kurpark und der Uelzener Straße, Neubau Kursbecken