Mittwoch , 23. September 2020
Warnstreik bei Coca-Cola in der Goseburg in Lüneburg: Die Mitarbeiter fordern mehr Geld.

Lüneburg: Kampf für mehr Lohn bei Coca-Cola

Lüneburg. „Coca-Cola will seine Beschäftigten mit einer Entgelterhöhung von 1,3 Prozent abspeisen. Das macht gerade mal ein Plus von 31 bis 35 Euro brutto monatlich. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter“, findet Manuela Schäffer, Sekretärin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Mit einer Demonstration und einem Warnstreik verliehen die Gewerkschafter gestern ihren Forderungen Nachdruck. Am Vormittag fuhren 44 der 200 Lüneburger Mitarbeiter zu einer Demo nach Hamburg, an der rund 500 Mitarbeiter aus norddeutschen Coca-Cola-Betrieben teilnahmen. Ab kurz vor 13 Uhr lief dann der Warnstreik vor den Toren des Unternehmens in der Goseburg.

Arbeitsbelastung kontinuierlich steigend

Der Arbeitgeber hatte am 24. Januar den Vorschlag mit den 1,3 Prozent präsentiert. Manuela Schäffer sagt: „Die NGG fordert in der Tarifrunde eine Erhöhung aller Entgelte um 160 Euro sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro im Monat.“ Für die Auszubildenden habe Coca-Cola gerade mal eine Erhöhung um 30 Euro brutto monatlich angeboten.

Die Arbeitsbelastung der Beschäftigten sei in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen. „Während Coca-Cola bundesweit Standorte abgebaut und Leute entlassen hat, wurde das Produktionsvolumen sogar erhöht. Vergangenes Jahr wurden zwölf Millionen Unit-Cases (Verkaufseinheiten mit jeweils 24 Flaschen oder Dosen) mehr produziert als im Jahr 2015 – das ist eine Steigerung um 1,8 Prozent. Die Beschäftigten aber, die diese Mehrleistung erbracht haben, sollen persönlich davon nicht profitieren.“

Bundesweit beschäftigt Coca-Cola etwa 8000 Mitarbeiter. Gewerkschaftssekretärin Manuela Schäffer sagt: „Jahrelang sind die Kollegen dem Arbeitgeber entgegengekommen und haben für die Sicherung von Arbeitsplätzen für eine Zukunft des Unternehmens Einkommenseinbußen hingenommen. Jetzt müssen die Beschäftigten auch mal wieder dran sein.“ Sollte der Arbeitgeber nicht „zügig ein neues und vernünftiges Angebot vorlegen“, drohe ein Arbeitskampf. rast