Dienstag , 29. September 2020
Bürger wehren sich gegen die Schließung des Bahnhofs Neetzendorf. Wird es das bald nicht mehr geben von Neetzendorf nach Lüneburg und zurück mit der Bahn zu fahren? Foto: ki

Mehrheit für den Bahnhaltepunkt Neetzendorf

Pommoissel. Für hitzige Diskussionen sorgte die im Raum stehende Schließung des Bahnhaltepunktes in Neetzendorf bei der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderates Dahlenburg im Dorfgemeinschaftshaus Pommoissel. Wie berichtet, möchte die Landesnahverkehrsgesellschaft (NLVG) die Taktzeiten der Züge zwischen Lüneburg und Dannenberg von derzeit drei auf künftig zwei Stunden verdichten. Das allerdings funktioniert nur, wenn die Züge künftig mit 80 statt bisher mit 60 Stundenkilometern auf der Strecke verkehren können. Erreichen will die NLVG dies durch die Schließung von drei Haltepunkten auf der Strecke.

Welche Bahnhöfe geschlossen werden, sollen die Kommunen selbst entscheiden. Die Samtgemeinde Ostheide hat sich bereits entschieden und sich in einer entsprechenden Stellungnahme an den Landkreis Lüneburg für die Schließung des Bahnhaltepunktes Wendisch Evern ausgesprochen (LZ berichtete). Nun erklärte Dahlenburgs Samtgemeindebürgermeister Christoph Maltzan, dass sich in einer Arbeitskreissitzung die drei Bürgermeister der Samtgemeinden Elbtalaue, Ostheide und Dahlenburg geeinigt hätten, jeweils einen Bahnhof auf dem Gebiet der jeweiligen Samtgemeinde zu schließen. Aufgrund der Fahrgastzahlen würde das in Dahlenburg die Schließung des Bahnhofes Neetzendorf bedeuten.

Bahnhof wurde erst vor kurzem umgebaut

Die Mehrheit des Samtgemeinderates sah das allerdings anders: Für die Schließung stimmten lediglich sechs Ratsmitglieder, zehn sprachen sich dagegen aus, ein Ratsmitglied enthielt sich. Udo Staacke (SPD-ab/FWG) hatte als Ratsherr und Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Boitze den Antrag gestellt, das Thema auf die Tagesordnung zu nehmen. Sein Ziel: Der Haltepunkt soll erhalten bleiben.

„Es ist unmöglich, dass der Bahnhof, ohne eine Alternative anzubieten, geschlossen werden soll“, erklärte Viktor Trautmann (SPD-ab/FWG). Und Ulrich Schulz (CDU) beklagte, dass über die Schließung nur intern im Rathaus gesprochen wurde. „Das gehört in eine öffentliche Sitzung.“ Franz-Josef Kamp (SPD) lehnte die Schließung ebenfalls ab, da die ganze Problematik noch nicht aufgearbeitet sei. Auch Peter Finck (Grüne) sprach sich gegen die Schließung aus und erinnerte daran, dass der Neetzendorfer Bahnhof erst vor kurzem für 500 000 Euro aufgerüstet worden sei. „Nun soll er einfach abrasiert werden, das verstehe ich nicht.“

Auch Christine Haut (CDU), Bürgermeisterin in Dahlenburg, will den Haltepunkt aufrechterhalten, bis man wisse, in welche Richtung es geht. Nach fast einstündiger Diskussion ließ Maltzan abstimmen. Das Ergebnis wird die Samtgemeinde dem Landkreis mitteilen.

Von Gudrun Kiriczi