Freitag , 18. September 2020
Jörg Silex hat den Schaden ausfindig gemacht: An der Übergangskonstruktion der neuen Wandrahmbrücke wurden Bauteile versehentlich nicht entfernt. Das Bauwerk muss jetzt angehoben und an dieser Stelle geöffnet werden. Foto: t&w

Unser Aprilscherz 2017: Wandrahmbrücke wird wieder gesperrt

***Herzlichen Glückwunsch den Spürnasen: das ist unser Aprilscherz 2017. Wir hoffen, er hat euch gut gefallen. Weiterhin gute Fahrt mit Auto und Fahrrad über die Wandrahmbrücke.***

Lüneburg. Lüneburgs Autofahrer müssen sich schon bald erneut in Geduld üben. Grund sind Arbeiten an der Übergangskonstruktion der Wandrahmbrücke. Weil dort während der Bauarbeiten für den Neubau der Ilmenauquerung sogenannte Montageklammern vergessen wurden, muss das Bauwerk kurzfristig um wenige Millimeter angehoben werden. Die Stadt will dazu einen Lastenhubschrauber der Bundeswehr einsetzen. Da auch die Asphaltschicht der Brücke abgetragen werden muss, wird das Bauwerk während der gesamten Osterferien gesperrt, kündigte die Stadt an.

„Bei der Übergabe der Bestandsunterlagen und Sichtung der Fotodokumentation wurde festgestellt, dass bei der Betonage der Übergangskonstruktion die Transport-Montageklammern noch angeschraubt waren“, erläutert Jörg Silex, bei der Stadt zuständiger Ingenieur für Brücken- und Ingenieurbauwerke. Die Klammern verhinderten, dass sich die Brücke bei steigenden Temperaturen in Längsrichtung ausdehnen kann. „Dies könnte zu großen Zwängungen führen und den Brückenüberbau schädigen. Deswegen müssen die Reparaturmaßnahmen umgehend eingeleitet werden“, sagt Silex.

Stadt im Gespräch mit dem Verteidigungsministerium

Zum Entfernen der Montageklammern muss die Brücke einseitig um wenige Millimeter angehoben werden. „Ursprünglich wollten wir dazu Hydraulikpumpen einsetzen, aber der weiche Untergrund an der Ilmenau lässt dies leider nicht zu“, sagt Silex. Weil auch Kräne wegen ihres hohen Eigengewichts nicht eingesetzt werden können – „das Widerlager auf der Südseite der Brücke könnte dabei Schaden nehmen“ –, soll ein Lastenhubschrauber der Bundeswehr zum Einsatz kommen.

„Wir sind dazu mit dem Verteidigungsministerium im Gespräch“, sagt Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. Sollte der Helicopter nicht freigegeben werden, könnte auch der russische MI-26 in Frage kommen. Dieser Hubschrauber mit einer Nutzlast von bis zu 20 Tonnen sei ohnehin gerade wegen Brückenarbeiten an der A7 im Einsatz, teilte die Stadt mit.

Für die Bauarbeiten hat die Stadt 14 Tage angesetzt. „Um die Auswirkungen auf den Berufsverkehr so gering wie möglich zu halten, haben wir die Arbeiten in die Osterferien gelegt“, sagt Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. Begonnen werden soll am Sonnabend, 8. April, „bereits in der Nacht davor wird die Willy-Brandt-Straße in diesem Teilabschnitt gesperrt“.

Der Verkehr soll dann wie bereits im vergangenenen Jahr über die Friedrich-Ebert-Brücke, die Theodor-Heuss-Allee und die Dahlenburger Landstraße zurück auf den Schießgraben geführt werden. „Wir werden die selbe Umleitungsstrecke ausschildern wie im vergangenen Jahr“, kündigte Moenck an.

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Radarkontrollen gegen Umleitungsmuffel

Erst am 14. Oktober vergangenen Jahres war der Neubau der Wandrahmbrücke nach knapp achtmonatiger Bauzeit wieder freigegeben worden. Die alte Brücke musste wegen Korrosionsschäden abgerissen werden. Während der Bauphase gab es insbesondere in den ersten Wochen häufig Staus entlang der Umleitungsstrecke, vor allem der Blümchensaal war davon betroffen. Um Abkürzungen über den Schwalbenberg zu unterbinden, will die Stadt in Zusammenarbeit mit der Polizei erstmals auch Radarkontrollen einsetzen.

„Wir appellieren daher an die Autofahrer, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen und der ausgeschilderten Umleitungsstrecke zu folgen“, sagt Moenck. „Noch besser wäre natürlich, auf das Auto ganz zu verzichten und mal aufs Fahrrad umzusteigen.“

Rund 40 000 Euro hat die Stadt für die Reparatur veranschlagt, „der Lastenhubschrauber noch nicht eingerechnet, hier haben wir die genauen Kosten noch nicht“, sagt Silex. Wer für den Schaden letztlich aufkommen muss, stehe noch nicht fest. „Das lässt sich erst sagen, wenn die Montageklammern freigelegt sind.“

Um sicher zu gehen, dass die Arbeiten auch tatsächlich durchgeführt werden müssen, hatte die Stadt ein externes Ingenieurbüro mit einer Voruntersuchung beauftragt. „Es wurde eine Potentialfeldmessung durchgeführt. Das Ergebnis hat unseren Anfangsverdacht leider bestätigt.“

Von Ulf Stüwe