Samstag , 26. September 2020
Da hatte das „Mäxx“ noch geöffnet: Das Lokal an der Schröderstraße steht seit Monaten leer. Nun gibt es Spekulationen über eine baldige Wiedereröffnung nach einem umfangreicheren Umbau. Foto: A/be

Kommt das Mäxx zurück nach Lüneburg?

Lüneburg. Vor dem ehemaligen Lokal „Mäxx“ an der Schröderstraße könnten bald wieder Tische und Stühle stehen. „Voraussichtlich im Juni“, heißt es aus dem Umfeld der Betreiber, die nach eigener Aussage einen Mietvertrag über zehn Jahre mit dem Hauseigentümer geschlossen haben. Das Lokal werde umgebaut, soll einen „neuen Style“ erhalten. Mängel beim Brandschutz waren im vergangenen Jahr für die Stadt der Grund, den Laden zu schließen. Die Lüne-mäxx GmbH mit Sitz in Sarstedt bei Hildesheim, die als Betreiber des Lokals gilt, war nicht zu erreichen – im Telefonbuch ist sie nicht eingetragen.

Überraschung bei der Stadt

Im Rathaus reagiert man erstaunt auf die Gerüchte. „Uns liegt kein Brandschutzkonzept vor“, sagt Suzanne Moenck. Die Sprecherin erklärt, es habe einen Entwurf für Teile des Gebäudes gegeben, der habe aber nicht gereicht. Wenn ein kompletter Plan vorliege, müsse der von einem Brandschutzprüfer begutachtet werden. Erst wenn der grünes Licht gebe, könnten Arbeiten beginnen: „Das dauert Wochen, wenn nicht Monate.“ Bei der Stadt habe sich aber jemand von der Pächterseite gemeldet und um ein Gespräch gebeten: „Da verwehren wir uns nicht.“ Doch eigentlicher Ansprechpartner sei der Hausbesitzer.

Das Mäxx, jahrelang ein angesagtes Lokal, ging durch mehrere Hände. Schließlich hieß es „Belly‘s“, und das ging pleite. Der Insolvenzverwalter stellte den Betrieb im Juni 2016 ein.
Von dem Wirrwarr um das Gebäude ist nun das Ballettstudio Lüneburg betroffen, das im Dachgeschoss sitzt. Es muss ebenfalls aufgrund von Sicherheitsbedenken schließen. Mithilfe der Stadt hat Betreiberin Nina Stuwe einen neuen Standort auf dem alten Lucia-Gelände am Pulverweg gefunden.

Herber Schlag für Ballettstudio-Betreiberin

Für Ballettstudio-Betreiberin Nina Stuwe ist es ein herber Schlag. „Ich bin seit acht Jahren hier, meine Vorgängerin hat das Studio 15 Jahre betrieben“, sagt sie. Erst jetzt sei der Verwaltung aufgefallen, dass für die Räume keine Baugenehmigung vorliege. Weil mehrere Vorgaben nicht erfüllt seien, müsse sie schließen. Im Gespräch mit Oberbürgermeister Ulrich Mädge habe sie einen Aufschub bis Ende März erhalten. „Er hat mir geholfen, neue Räume zu finden.“ Die Miete liege allerdings künftig doppelt so hoch – nicht einfach für sie.

Nina Stuwe muss ihr Ballettstudio im Mäxx-Haus schließen. Der Brandschutz sei mangelhaft, moniert die Stadt. Seit acht Jahren betreibt sie die Schule: „Das war nie ein Thema.“ Foto: t&w

 

Die in Berlin lebenden Hauseigentümer seien selbst überrascht gewesen, als sie von den Schwierigkeiten hörten. Sie hätten sich hilfsbereit gezeigt, sagt Nina Stuwe. Aber die Verhältnisse sind nicht einfach. Denn es gebe einen Untermieter, der ihr Ansprechpartner ist. Da sich Insolvenzen und Betreiberwechsel mit der Geschichte des Hauses verbinden, sei es ein Hin und Her gewesen. Passiert sei nichts, so bleibt nur der Umzug, am 22. ­April will sie am Pulverweg eröffnen.

„Erst wenn der Brandschutzprüfer grünes Licht gibt, können Arbeiten beginnen. Das dauert Wochen, wenn nicht Monate.“
Suzanne Moenck, Pressesprecherin Stadt Lüneburg

Dass der Bauverwaltung das Problem erst jetzt, nach mehr als 20 Jahren aufgefallen ist, erklärt Suzanne Moenck so: „Wir sind davon ausgegangen, dass alles in Ordnung ist.“ Ursprünglich sei das Dachgeschoss als Lagerraum ausgewiesen gewesen. Den Betrieb des Tanzstudios habe man dann offenbar für rechtens gehalten. Erst mit den generellen Problemen des Lokals seien die Zustände bekannt geworden.

In einem Schreiben der Stadt, das der LZ vorliegt, ist jedenfalls – nur für die Ballettschule – ein ganzer Katalog von Forderungen abzuarbeiten: Brandschutz, Lüftungsanlage, Schallschutz, ein eigenes Treppenhaus. All das unter Berücksichtigung des Aspekts des Denkmalschutzes. Die ebenso aufgeworfene Stellplatzfrage scheint da noch die kleinste Herausforderung zu sein.

Von Carlo Eggeling

Statt Live-Musik nun asiatische Lebensart

Für das seit Monaten geschlossene „Zwick“ scheint ein Nachfolger gefunden. Hausbesitzer Jörg Teichert bestätigt entsprechende Gerüchte: Das Lokal werde umgebaut und soll im Sommer wieder eröffnet werden. Ein Asiate übernehme die Räume. Wer das ist und welches Konzept er fahren will, wollte Teichert nicht verraten.

Das vor allem durch Live-Musik geprägte Zwick ist in Lüneburg zwar Geschichte, ein Rechtsstreit läuft aber weiter. Ein ehemaliger Mitarbeiter steht im Verdacht, „einen höheren fünfstelligen Betrag“ veruntreut zu haben, bestätigt die Staatsanwaltschaft. Der Wirt hatte damals Strafanzeige erstattet.

Die LZ hatte im vergangenen August darüber berichtet. Jetzt sagt Oberstaatsanwältin Angelika Klee: „Das Verfahren läuft noch.“ Die Akten seien noch einmal an die Polizei gegangen, die ermittle. Der Mitarbeiter hatte die Vorwürfe damals bestritten.