Timur (5) hat sich an der Stirn verletzt, die Wunde wurde genäht. Bei der Nachuntersuchung in der chirurgischen Ambulanz des Lüneburger Klinikums wurde er mit Teddybären überhäuft. Foto: t&w

Ein Teddy gegen den Schmerz

Lüneburg . Den Besuch in der Notaufnahme des Lüneburger Klinikums wird der fünfjährige Timur so schnell nicht vergessen. Er wurde vor kurzem an der Stirn mit mehreren Stichen genäht, jetzt sollte ein Arzt in der chi­rurgischen Ambulanz nochmal einen Blick auf die Wunde werfen. Und dann fand sich der kleine Junge umgeben von Krankenhauspersonal und Unmengen an Teddybären auf einer Trage im Flur der Notaufnahme wieder. Eines der Kuscheltiere, die die Deutsche Teddy-Stiftung jetzt der chirurgischen Ambulanz übergeben hat, durfte Timur behalten.

Ablenkung für Kinder in Not

400 Teddys hat Annette ­Piechota, regionale Botschafterin der Stiftung, in diesem Jahr dem Städtischen Klinikum, der Lüneburger Polizei, dem Kriseninterventionsteam für Kinder und Jugendliche, der Feuerwehr und den Rettungsdiensten übergeben. Seit 19 Jahren werden diese Trost-Teddys, die Kinder in Notsituationen ablenken sollen, in Stadt und Landkreis Lüneburg verteilt. Der Wohltäter ist in diesem Jahr die Firma JaKa Bauträger von Jan Kathmann, die ihren Sitz in Brietlingen hat.

Annette Pie­chota, die sich ehrenamtlich beim Kinderschutzbund in Lüneburg engagiert, erklärt: „Mit dem Teddy haben Polizisten, Sanitäter und Schwestern einen zusätzlichen Helfer, ein Medium, um in einen Behandlungsprozess zu treten.“ So werde beispielsweise nicht nur das Kind, sondern auch der Teddy „behandelt“, der bei den Untersuchungen dabei ist und Beistand leistet.

Auch würden die Bären in Unglücksfällen überreicht, beispielsweise wenn ein Elternteil schwer verletzt wird. „Die Kinder drücken den Bären dann an sich, weil sie alles ­angsteinflößend finden.“ Gleichzeitig bedeute das Kuscheltier in dem Moment aber Wärme und Entspannung, „sie fühlen sich nicht mehr so allein“.

Krankenhaus besser in Erinnerung behalten

Nicola Wolff, Leitende Oberärztin in der chirurgischen Ambulanz, freut sich über die Spende. „Für die Kinder ist das eine schöne Aufmunterung, so bleibt ihnen der Krankenhausbesuch in guter Erinnerung.“ Sie überreicht vor allem ihren besonders tapferen kleinen Patienten einen Teddy, aber auch denen, die untröstlich sind. „Dann gehen sie meist mit einem Lächeln.“

Die Deutsche Teddy-Stiftung ist mittlerweile an mehr als 590 Orten in Deutschland im Einsatz, hat schon für rund 235 500 Teddybären ein neues Zuhause gefunden.

Von Anna Paarmann