Samstag , 19. September 2020
Das Salü von Oben: Die Badewelt wird Anfang 2018 wohl wegen Umbaus geschlossen. 17 Millionen Euro soll die Sanierung kosten. Foto: A/boldt

Zwei Jahre lang keine Wellen im Salü

Lüneburg. Baden soll im SaLü künftig noch mehr Spaß machen, doch bevor es dazu kommt, sitzen die Badefreunde erstmal längere Zeit auf dem Tro ckenen. Denn Anfang 2018 schließen voraussichtlich Teile des Bades, sie müssen komplett überholt werden.

Geschäftsführer Dirk Günther und seine Mitarbeiter haben bereits vor Jahren einen 40 Millionen Euro umfassenden Masterplan aufgestellt. Einiges ist schon umgesetzt, wie das neue Kursbecken, das reichlich ausgelastet ist – mit Wartezeiten für den Schwimmunterricht von bis zu einem halben Jahr. 2018 steht nun die Operation am offenen Herzen an. Der Eingriff bedeutet, dass die Badewelt für bis zu zwei Jahre schließen könnte. Zum einen sei die Technik des 1972 eingeweihten Badelandes veraltet, sagt Günther. Zum anderen nage die Sole am Bau.

Wünsche der Gäste passen zudem nicht mehr zu den Gegebenheiten. So könne der Wellnessbereich nur durch das SaLü erreicht werden. „Ein eigener Eingang ergibt mehr Sinn“, sagt Günther. Eine alte Lüftungsanlage sei ein gewaltiger Stromfresser, eine neue Belüftung habe sich im Vergleich schnell selbst finanziert. Für die Sanierung im Kern des Freizeitbades kalkuliert Günther mit Ausgaben von 17 Millionen Euro, sechs davon für die Technik. Alles in allem will Günther bis 2025 rund 30 Millionen Euro locker machen. Denn auch der Sauna-Bereich kann weitläufiger werden. Günther: „Zeitweilig haben wir bis zu 400 Gäste auf einmal.“ Entspannung ist das nicht.

Mehr Platz für das Reha-Zentrum

Vergrößern um rund 1000 Quadratmeter soll sich das Reha-Zentrum, denn Bedarf besteht bei sportlichen und therapeutischen Angeboten etwa für Senioren. Hier steht Günther vor einer Schwierigkeit: In die Breite und Länge kann das SaLü kaum wachsen, da Erweiterungen in den unter Schutz stehenden Kurpark nicht möglich sind. So überlegen die Verantwortlichen, ob sie das Gebäude aufstocken können.

Auf Zuschüsse der öffentlichen Hand kann Günther kaum hoffen: Niedersachsen sei da anders als das Bäderland Schleswig-Holstein zurückhaltend. Allerdings sieht er gute Chancen, Kredite zu erhalten. Die Hoffnung liegt auch im Aktienpaket begründet, das die Kurmittel GmbH an der Avacon AG hält. Es würden regelmäßig Dividenden ausgeschüttet – eine gute Sicherheit für Banken.

Von Carlo Eggeling