Mittwoch , 12. August 2020
Foto: t&w

Die Eröffnung des Zentralgebäudes – Ein neues Kapitel Leuphana + + + Mit Video

Lüneburg. Unter der Last der Lobeshymnen drohte der Libeskind-Bau auf dem Lüneburger Campus Sonnabendmorgen, natürlich nur rein bildlich, zusammenzubrechen: Zäsur, neue Ära, Architektur, die zum Denken und vor allem angesichts der irritierenden Schrägen zum Querdenken einlädt — Glanzstück. So reihten sich die Glückwünsche bei der Einweihung im Audimax wie glänzende Perlen an einer Kette.

Fertig ist der Bau natürlich noch nicht, das ist schon Kult bei der schnell vorpreschenden Lüneburger Universität. Ob Grundstein oder Richtfest, auch da war man immer etwas zu früh dran. Aber die Leuphana, versicherte Ministerpräsident Stephan Weil, habe sich in kürzester Zeit als Marke im nationalen und internationalen Hochschul-Club etabliert.

Dank Präsident Sascha Spoun und Alt-Vizepräsident Holm Keller, aber eben auch vor allem dank der Ideen von US-Architekt Daniel Libeskind. Der will es aber gar nicht gewesen sein. Er habe die Ideen mit Studenten der Leuphana bei Seminaren in New York und auf dem Campus entwickelt, Studenten, die eigentlich nichts mit Architektur am Hut haben. Sie seien die eigentlichen Wegbereiter des Baus, so gab er das Lob der Laudatoren weiter.

Schichtwechsel mit den Handwerkern

Libeskind forderte eindringlich dazu auf, in Bildung zu investieren, ja viel zu investieren und schaute mit Grausen auf sein Amerika, wo der neue Präsident Donald Trump genau das Gegenteil diktiert. Ja, der Bau sei teuer, aber gemessen an dem, „was wir für Waffen ausgeben, gering“. Und ja, einige Kleinigkeiten seien eben noch nicht fertig am Bau. Da lacht nicht nur Libeskind, sondern das ganze Auditorium. Fertig wird noch Monate dauern. Gemeint war nicht der rote Teppich am Haupteingang, der noch auf einem Spanplatten-Verschlag ruhte. Der Geruch von Farbe, Holz und Leim lag noch in der Luft, als Sonnabendmorgen die Gäste eintrudelten. Es war eher ein Schichtwechsel mit den Handwerkern. Und nicht jede Ecke war fein.

Deswegen gab es Fahrstuhl-Begleiter wie Jette Langner und Carla Henne, die dafür sorgten, dass die Gäste nur bis zum ersten Stock fuhren. Vor dem Hinterausgang zum Campus, dort, wo die Bau-Container stehen, sorgte ein Security-Mann dafür, dass keiner raus noch rein kam. Ich habe dann doch mal eine Schwarzfahrt im mit Farbe bekleckerten Fahrstuhl in den sechsten Stock gewagt und durch die Stahl-Zink-Streben und riesige Fenster ein Weitblick aufs noch im Morgen-Dampf liegende Lüneburg gewagt. Das hat sich in jedem Fall gelohnt, und da hat der Ministerpräsident Weil recht: „Eine inspirierende Umgebung, ein neues Kapitel Leuphana.“

Ob am Ende, wenn der letzte Handwerker abgerechnet hat, auch bei den Finanzen noch ein neues Leuphana-Kapitel aufgeschlagen wird, da eierte nicht nur der Ministerpräsident bei der Pressekonferenz. Weil bemühte vielmehr einen Vergleich mit der Elbphilharmonie. Da habe es auch viele Komplikationen, Zeitverzug und viel Verdruss über die Kosten gegeben, am Ende aber ist die „Elphi“ der Eyecatcher von Hamburg, das könne auch der Libeskind-Bau für sich in Anspruch nehmen. Und damit wäre er auch schon bei seinem Lieblings-Spitznamen: „Leuphi“.

Von Hans-Herbert Jenckel

Videos: Leuphana Universität


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