In der neuen Näh-Werkstatt verleiht Schneiderin Alla Gorbanow (l.) alten Kleidern neuen Glanz. Die Idee zu dem Projekt hatte Kleiderkeller-Leiterin Inge Peterson (r.), unterstützt wird es von der Diakonie-Stiftung unter Vorsitz von Hans-Hermann Jantzen. Foto: phs

Stiftung Diakonie geht neue Wege

Lüneburg . Aus alter Kleidung Neues schaffen: Das ist die Idee eines neuen Projektes im Kleiderkeller des Diakonieverbandes an den Reeperbahn en in Lüneburg. „Oft bekommen wir Kleidung, die gut erhalten, aber aus der Mode geraten ist“, sagt Leiterin Inge Peterson, „die wollen wir in Zukunft in einer kleinen Näh-Werkstatt aufarbeiten.“ Unterstützt und getragen wird die Idee von der Lüneburger Stiftung „Diakonie – ich mache mit“, die für das Projekt nun erstmals direkt um Spenden bittet.

„Bisher haben wir als Stiftung ausschließlich um Zustiftungen geworben“, sagt Vorstandsvorsitzender Hans-Hermann Jantzen. Das gestiftete Geld wird und wurde langfristig angelegt, um mit den Zinserträgen diakonische Einrichtungen zu unterstützen. Aktuell fördert die Stiftung in den Regionen Lüneburg und Bleckede die Kontakt- und Beratungsstelle „Das Stövchen“, die Schuldnerberatung der Diakonie, die Frauen-Beratungsstelle „Ma Donna“, die Sozialberatung und den Migrationsdienst sowie die Ehe- und Lebensberatung und die Drogenberatungsstelle „drops“.

Das Projekt „Näh-Werkstatt“ ist für die Stiftung nun eine Premiere: „Wir hoffen, insgesamt 5000 Euro Spenden einwerben zu können“, sagt Jantzen, „das würde reichen, um das Projekt zwei Jahre lang zu finanzieren.“ Der Anfang ist bereits gemacht: Die ersten Spendenschreiben sind verschickt, die ersten Euro auf dem Spendenkonto eingegangen, im Nebenraum des Kleiderkellers ist eine kleine Näh-Werkstatt entstanden – und mit der 60 Jahre alten Alla Gorbanow eine kompetente Schneiderin gefunden.

Auch erste Näh-Projekte sind schon realisiert. „Wir haben aus alten Kleidungsstücken verschiedene Arten von Taschen genäht“, sagt Inge Peterson. Und Schneiderin Gorbanow hat einem nicht mehr ganz modernen Blazer mit bunten Stoffen neues Leben eingehaucht. Viele weitere Ideen hat Kleiderkeller-Leiterin Peterson in den vergangenen Wochen in Geschäften und Zeitschriften gesammelt, um Kleidung, die sich nicht oder nur schwer vermitteln lässt, wieder attraktiv zu machen. Fehlen nur noch weitere Schneiderinnen und Schneider, die Lust haben sich ehrenamtlich in dem Projekt zu engagieren – und aus alter Kleidung Neues zu schaffen.

Wichtig für alle Interessierten: „Wer mitmacht, muss nähen können“, sagt Peterson, „eine Möglichkeit zum Anlernen haben wir nicht.“ Ausdrücklich offen steht das Projekt auch Flüchtlingen, so könnte die Näh-Werkstatt Teil werden der interkulturellen Begegnungsstätte, die sich direkt neben dem Kleiderkeller befindet. Wer sich in dem Projekt und an der Nähmaschine engagieren möchte, erhält weitere Informationen direkt im Kleiderkeller. Offen steht die Nähwerkstatt zunächst während der Betriebszeiten des Kleiderkellers: montags von 9 bis 13 Uhr sowie donnerstags 14 bis 18 Uhr.

Wer sich für das Projekt und die Stiftung interessiert und/oder spenden möchte, kann sich direkt an die Stiftung Diakonie wenden (041 31) 89 80 394, E-Mail info@diakonie-ichmachemit.de, www.diakonie-ichmachemit.de

Eine Initiative von Bürgern

Gegründet wurde die Stiftung „Diakonie – ich mache mit“ im Jahr 2003 von insgesamt 25 Personen. Eine Erbschaft gab dafür den Anstoß, Freunde und Bekannte konnten zum Mitmachen gewonnen werden. Mit einem Grundkapital von 50 000 Euro ging die Stiftung an den Start.

Inzwischen sind aus 25 mehr als 180 Stifter geworden, mit ihrer Hilfe hat sich das Stiftungskapital auf mehr als 500 000 Euro vermehrt.