Dienstag , 27. Oktober 2020
So stellen sich die Architekten das Innenleben der Arena mit Volleyballfeld vor. Grafik: bocklage + buddelmeyer

Arena Lüneburger Land: Der Traum lebt weiter

Lüneburg. „Gefühlt zum zehnten Mal“ stand das Thema „Arena Lüneburger Land“ für CDU-Fraktionschef Alexander Blume auf der Tagesordnung des Kre istags. Gestern in der Ritterakademie sogar gleich zweimal: Zuerst diskutierten die Abgeordneten öffentlich über die „multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle“. Dann, 21 Tagesordnungspunkte weiter, nichtöffentlich. Am Ende brachte der Kreistag das Projekt einen Schritt weiter. Der endgültige Beschluss über den Bau soll im Juni fallen.

Die Kreistagsmitglieder beschlossen mehrheitlich: 1. Der Landkreis tritt als Bauherr für die geplante „Arena Lüneburger Land“ auf. 2. Der Landkreis sichert sich das vorgesehene Grundstück an der Lüner Rennbahn über eine Option, die nicht gezogen wird, wenn es nicht zum Bau kommt. 3. Mit der Kaufoption übernimmt der Landkreis die vom bisherigen Investor geleisteten Planungen bis zur Phase Genehmigungs- oder Ausführungsplanung.

Kritik an öffentlich-privater Partnerschaft

Im vergangenen Herbst schien das Projekt, das der Region eine Halle mit 3500 Plätzen bescheren soll, kurz vor dem endgültigen Beschluss zu stehen. In der Kritik stand aber auch da schon das Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) – ein privater Investor, die Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft mbH, sollte als Bauherr auftreten, als Partner der Landkreis und die Hansestadt.

Nach den Kommunalwahlen verabschiedeten sich Landkreis und Hansestadt dann von diesen Planungen, an denen unter anderem das Rechnungsprüfungsamt Kritik geübt hatte. Gestern warb Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) dafür, dass der Landkreis selbst als Bauherr für das 12,5-Millionen-Euro-Projekt auftritt. „Wir sind ein Kreis, dem eine angemessene Veranstaltungs- und Sporthalle fehlt.“

Auch die Fraktionen nutzten im öffentlichen Teil noch einmal die Gelegenheit, ihre Position klarzumachen. Andrea Schröder-Ehlers (SPD): „Ich bin überzeugt, wir brauchen diese Halle. Und wir haben eine gute Lösung vor Augen.“ Einen „wichtigen Infrastrukturbaustein“ für Lüneburg nannte Alexander Blume die Halle. Er hätte sich aber gewünscht, mit den Planungen „deutlich weiter zu sein“. Blume: „Wenn zur Kreistagssitzung im Juni der endgültige Beschluss fallen soll, müssen die nächsten zehn Wochen genutzt werden, um Nägel mit Köpfen zu machen.“

Zweifel an Sinn des Projekts

„Mehrheitlich“, so Fraktionsvorsitzende Petra Kruse-Runge (Grüne), sei ihre Fraktion dafür, das Projekt weiter zu planen. Froh sei man, dass das ÖPP-Modell vom Tisch sei. „Wir hoffen, dass bis zum Kreistag im Juni Planungen mit entsprechender Substanz vorgelegt werden.“

Vor drei Monaten sei er für die Halle gewesen, erklärte Christoph Podstawa (Linke). „Inzwischen habe ich meine Meinung geändert.“ Der Betrieb der Halle sollte nicht privat vergeben werden, sondern in öffentlicher Hand bleiben. Grundsätzlich sehe man den „Reiz des Projekts“, sagt Stephan Bothe, Fraktionschef der AfD. Solange andere wichtige Projekte, „etwa die Elbbrücke“, nicht verwirklicht seien, „sollte der Kreis sein Geld lieber anders investieren“.

Bei ihm seien die Zweifel am Sinn des Projekts „Arena Lüneburger Land“ seit Ende vergangenen Jahres nicht weniger geworden, erklärte Berni Wiemann (FDP). Er habe Bedenken, dass die Halle mit ihren 3500 Plätzen eine Nummer zu groß für die Volleyballer sei. Allen Zweifeln zum Trotz – im nichtöffentlichen Teil der Sitzung gab es grünes Licht für die weiteren Planungen.

Von Ingo Petersen