Samstag , 26. September 2020
Nicht jeder Politiker findet Gefallen an der Teil-Umbenennung der Uelzener Straße, die mit der Enttstehung des neuen Zentralgebäudes zusammenhängt. Doch die Namensänderung ist beschlossen. Foto: t&w

Universität bekommt ihre Allee

Lüneburg. Zur Einweihung des Zentralgebäudes der Uni hat die Stadt ein besonderes Geschenk: Die Uelzener Straße, die am Libeskind-Bau vorbeiführt, wird zwischen Munstermannskamp und Gaußstraße in „Universitätsallee“ umbenannt. Die Leuphana sei mit dem Vorschlag an die Stadt herangetreten, die wolle diesen gern umsetzen, hatte die Verwaltung im Rat erklärt. Doch nicht jeder Ratspolitiker fand daran Gefallen.

Als „interessant“ bezeichnete Michèl Pauly, Fraktionschef der Linken, „den Werdegang des Anliegens“. Warum heiße es, die Universität habe die Bitte um Umbenennung geäußert? Die Studentenvertretung und Senatoren hätten seiner Kenntnis nach davon nichts gewusst. Die Stadt wolle wohl dem Wunsch allein des Präsidiums nachkommen. Erstaunlicher sei das umso mehr, als sie doch bei der diskutierten Umbenennung der Hindenburgstraße viele Gegengründe ins Feld geführt habe. Unter anderem die damit verbundenen Kosten. Im Falle der Uni stelle sie aber eine Entschädigung von 20 Euro für Privatpersonen und 100 Euro für Firmen einfach bereit. Dem Uni-Präsidium gehe es nur ums Image, meinte Pauly.

Ulrich Blanck, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sagte: Man könne sich viele Gedanken machen, was die Uni antreibe. „Als friedensbewegter Grüner stimme ich für eine Umbenennung, weil mir als Postadresse Universitätsalle besser gefällt als Scharnhorststraße 1.“

Ablehnend zeigte sich auch Frank Soldan (FDP). Seine Begründung: Die Universität habe es nicht nötig, auf solche „Banaliäten“ zu setzen. Die hohe Bedeutung der Universität für die Stadt bekunde sich unter anderem schon dadurch, „dass wir fünf Millionen Euro für den Bau des Zentralgebäudes bereitstellen“. Sein weiteres Argument gegen eine Umbenennung: Die sternförmig aus Lüneburg herausführenden Straßen seien alle nach Orten benannt, auf die sie zuführen. Friedrich von Mansberg (SPD) dagegen sieht die Umbenennung als Zeichen des Rates an, dass man zur Uni stehe.

Der Rat votierte schließlich mehrheitlich bei vier Gegenstimmen und fünf Enthaltungen für die Universitätsallee. Die Umbenennung soll zum 1. Januar 2018 erfolgen. as