Samstag , 19. September 2020
Finnian Ton (l.) und Frithjof Burmeister (r.) holten zwei Medaillen nach Lüneburg. Foto: t&w

Adams Riesen: Lüneburger gewinnen bei Mathe-Olympiade

Lüneburg. Frithjof Burmeister hat trainiert wie ein Sportler. Immer wieder hat der 13-Jährige sich Lösungswege eingeprägt – für Geometrie, Gleichungen und Zahlentheorie. Das Üben zahlte sich für den Siebtklässler des Gymnasiums Oedeme aus: In seiner Jahrgangsstufe erzielte er in der Region das beste Ergebnis bei der Mathe-Olympiade. Er ist einer von zwei Landessiegern aus dem Kreis Lüneburg, der andere ist Linus Popkes, Sechstklässler der Hederschule.

„Ich finde es interessant, mir zu überlegen, wie man ein Problem lösen könnte. Danach hat man das Gefühl, etwas geschafft zu haben“, beschreibt Frithjof seine Motivation, zum dritten Mal am Wettbewerb teilzunehmen. Der Wettbewerb habe ihm viel Spaß bereitet, dafür hat er immerhin zwei vierstündige Mathearbeiten schreiben müssen.

Die Arbeiten haben es in sich, wie auch einige Lehrer des Gymnasiums Oedeme feststellen mussten. „Wir saßen schon häufiger im Lehrerzimmer und haben an den Aufgaben geknobelt“, verrät Mathe-Lehrer Sören Brinck. Selbst Schüler, die sonst in Mathe eine Eins haben, hätten bei dem Test nicht zwangsläufig eine hohe Punktzahl. „Es geht dort ganz viel um Beweisführung und darum, die Lösungswege zu begründen. Das gehört normalerweise im Unterricht noch nicht dazu“, ergänzt Wulf Kiecksee, der in der 5. Klasse Mathe unterrichtet.

„Es ist wichtig, Angebote zu schaffen für Schüler, die in Mathe mehr können und wollen.“
Ulrich Krawutschke, Mathe-Lehrer der Herderschule

Auch in diesem Jahrgang war ein Schüler der Schule sehr erfolgreich: Finnian Ton schaffte bei seiner ersten Teilnahme auf Anhieb den 2. Platz. „Ich fand Mathe immer schon interessant, und es gibt einem auch viel Grundwissen für andere Fächer“, sagt der Zehnjährige aus Reppenstedt.

Als „Mathe-Genie“ sieht sich Linus Popkes, der zweite Landessieger Lüneburgs, nicht. „Im Herbst gab es ein Förderseminar, da habe ich festgestellt, dass auch andere Schüler eine Menge drauf haben“, sagt der Elfjährige. Für den Herderschüler war es die erste Teilnahme. Sein Mathe-Lehrer hatte es angeregt, und weil ihm Mathe Spaß mache, habe er sich gesagt: Da mache ich mit, mal gucken, wie weit ich komme. Zur Vorbereitung habe er sich in einer Schulstunde mit einem Lehrer aus der Fachschaft getroffen, zu Hause ein paar Aufgaben gerechnet und sich warm gelaufen, erzählt Linus.

Was sich so locker anhört, stellt die Teilnehmer doch vor große Herausforderungen. Denn es gehe darum, knifflige Probleme zu lösen mit umfangreicher Begründung, verdeutlicht Linus‘ Mathe-Lehrer Ulrich Krawutschke. Er ist sich mit Herderschulleiter Thorsten Schnell einig: „Mathe ist Denken. Es ist wichtig, Angebote zu schaffen für Schüler, die in Mathe mehr können und wollen als andere.“

Linus, der in seiner Freizeit gerne liest und Fußball spielt, will am Ball bleiben. Denn ab der 8. Klasse treten die Sieger der Bundesländer gegeneinander an. „Wenn ich dann so gut bin, mache ich mit.“

In Oedeme sagt die stellvertretende Schulleiterin Margret Witte-Ebel: „Uns ist es wichtig, die Teilnahme an Wettbewerben zu fördern. Wir haben gemerkt, dass es die Schüler sehr motiviert, wenn sie sich auch außerhalb der Schule mit etwas beschäftigen, das sie interessiert, und dabei auch so viele neue Leute kennenlernen.“

Frithjof hat beim Wettbewerb in Göttingen viele Bekannte aus dem vergangenen Jahr wiedergetroffen. Dass er im nächsten Jahr wieder teilnehmen wird, steht schon fest.
Ausgezeichnet wurden außerdem Mila Bödeker, Siebtklässlerin vom Bernhard-Riemann-Gymnasium in Scharnebeck, und Jan Strathmann aus Jahrgang 10 derselben Schule, die jeweils einen 3. Platz einheimsen konnten. gae/as

Hätten sie es gewusst?

Großvater Hermann hatte seinen drei Enkelkindern einen Korb mit Nüssen mitgebracht, die sie gerecht untereinander aufteilen sollten. Miriam nahm sich als Erste ihren Anteil. Sie entnahm dem Korb ein Drittel der Nüsse. Tim, der nicht wusste, dass Miriam ihren Anteil schon genommen hatte, nahm von den verbliebenen Nüssen auch ein Drittel. Evelyn, die ebenfalls nicht wusste, dass sich Miriam und Tim schon jeweils ihre Nüsse genommen hatten, nahm als Letzte von den verbliebenen Nüssen wieder ein Drittel. Nun waren noch 16 Nüsse im Korb.

▶ a) Ermittle die Anzahl der Nüsse, die sich jeder der drei Enkel genommen hat.

▶ b) Ermittle, wie die restlichen 16 Nüsse noch verteilt werden müssten, damit schließlich jeder die gleiche Anzahl an Nüssen bekommt.