Freitag , 2. Oktober 2020
Drei Engel für Bienen: (v.l.) Claudia Kutzick, Sylvia Westermann und Birgit Rahlfs vom Kreisimkerverein Lüneburg. Foto: ina

Erstes Saatgutfestival im e.novum

Von Ina Freiwald
Lüneburg. Großes Kino für alles, was so grünt und blüht und reift und summt: Beim ersten Festival für Saatgut kamen in vier Stunden über 500 Tauscher, Interessierte, Frager und Zugucker zusammen, um ihrer gemeinsamen Leidenschaften zu frönen: der unbändigen Freude an der Natur. Dicht gedrängt standen Hobbygärtner und erkundigten sich an den Ständen der 26 Aussteller über deren Erfahrungen bezüglich traditionellem wie alternativem Gärtnern. „Die Veranstaltung war ein Riesenerfolg“, freute sich Organisator Peter Szekeres. Der Diplom-Biologe und Hobbygärtner war nicht nur von der großen Resonanz überwältigt. „Ich fand es auch schön, dass viele Besucher eigenes Saatgut zum Tauschen mitbrachten.“ Einer brachte beispielsweise in einem Werkzeugkasten die Saat von Bohnen und Zucchini mit, um sie vor Ort gegen Sonnenblumensaat zu tauschen.

Während an den Ständen gefachsimpelt wurde und Saaten fleißig die Besitzer wechselten, informierten Repräsentanten verschiedener Lüneburger Organisationen wie der Lüneburger Streuobstwiesenverein über ihre Anliegen. „Unser Vorsitzender stellt gerade nebenan unsere Arbeitsgruppen sowie unsere Fortbildungen, Führungen und Exkursionen vor“, erklärte Klaus Dierssen am Vereinsstand mit zahlreichen leckeren, teils zwar etwas verschrumpelten, aber geschält genossen auffallend aromatischen Apfelsorten. „Mein Favorit ist der Celler Dickstiel“, schwärmte der seit drei Jahren im Verein Aktive. In Adendorf besitzt er selbst eine 2700 Quadratmeter große Streuobstwiese, auf der er neben vereinzelten Pflaumen-, Birnen- oder Kirschbäumen die stramme Zahl von 18 verschiedenen alten Apfelsorten angepflanzt hat. „Den Garten habe ich seit drei Jahren in diesem Jahr könnte die erste Ernte fällig sein.“ Neben seinem Stand lagen gebündelte und beschriftete Reiser in einer Reihe auf dem Boden. Diese konnten vom Verein erstanden werden und dienen dem Veredeln eines Baumes.

Regionale Honigsorten fanden bei den Besuchern großen Anklang

Die drei Damen vom Kreisimkerverein Lüneburg warben unterdessen für die Rechte ihrer fleißigen, jedoch in ihrer Existenz gefährdeten Honiglieferantinnen. „Wir möchten vermitteln, welchen wichtigen Platz die Bienen in der Umwelt allein durch ihre Bestäubungsleistung einnehmen“, sagte die erste Vorsitzende Claudia Kutzick. Zum Probieren standen mehrere Sorten leckerer regionaler Honigsorten mit Löffeln bereit, die bei den Besuchern auch großen Anklang fanden.

Überhaupt war das Saatgut-Event ein so großer Erfolg, dass auch im nächsten Jahr das zweite Festival stattfinden wird. Peter Szekeres: „Alle Aussteller haben sich schon für nächstes Jahr einen Tisch gesichert.“