Immer wieder Stein des Anstoßes: Die Bushaltestellen am Platz am Sande werden regelmäßig von der örtlichen Trinkerszene zweckentfremdet zum Missfallen vieler Lüneburger. Foto: be

Rat soll Alkoholverbot am Sand beschließen

Von Ulf Stüwe
Lüneburg. Zur alkoholfreien Zone möchte die AfD den Platz am Sande machen. Von morgens 7 bis abends 18 Uhr soll dort regelmäßig außer sonntags der Konsum von alkoholischen Getränken verboten werden. Ausgenommen ist die dortige Gas-tronomie mit ihrer Außenbestuhlung, auch für Veranstaltungen wie das Stadtfest, die Sülfmeistertage oder den Weihnachtsmarkt sollen Sonderregelungen gelten. Ähnliches soll für den Clamartpark beschlossen werden. Das sieht ein Antrag der AfD-Stadtratsfraktion vor, den sie für die kommende Ratssitzung am Donnerstag, 2. März, eingebracht hat.
Ausnahmen für Gastronomie und Veranstaltungen
"Am Sande ist momentan die Situation vorzufinden, dass gerade die Bushaltstellen häufig von Personen der örtlichen Trinkerszene dauerhaft belegt werden", sagt AfD-Ratsmitglied Dirk Neumann. Fahrgäste könnten die Haltestellen deshalb nicht mehr nutzen. Hinzu käme, dass von den angetrunkenen Personen kein sozial adäquates Verhalten gezeigt werde. "Gerade Schulkinder, die die Busse benutzen, sollten damit nicht unbedingt konfrontiert werden", heißt es weiter.
Ähnlich sehe es im Clamartpark aus, wo sich neben der örtlichen Trinker- auch die Drogenszene aufhalte. Besucher fänden dort eine "befremdliche Situation" und zurückgelassenen Drogenmüll vor. Bedenklich sei zudem die Nähe des Parks zur benachbarten Oberschule am Wasserturm.
Eine Lösung sieht die AfD in einem Alkoholverbot für beide Bereiche. Um dieses durchsetzen zu können, soll eine Satzung ähnlich der Kurparksatzung erlassen werden. Alkoholkonsum könne dann als eine Ordnungswidrigkeit eingestuft werden.
Das Thema ist Stadt und Rat bekannt und in Ausschüssen bereits mehrfach behandelt worden. So wurde 2012 das bis heute laufende Projekt "Aufsuchende Sozialarbeit Innenstadt Lüneburg", eine Kooperation von Stadt, Kreis und Herbergsverein zur Eindämmung der bekannten Probleme ins Leben gerufen. Danach sind jeweils im Sommerhalbjahr regelmäßig Streetworker in der Lüneburger Innenstadt unterwegs, sie nehmen sich Menschen in Notlagen an und sollen Konflikte so früh wie möglich entschärfen. Vor drei Jahren konnte auch die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonieverbandes eingebunden werden. Die Bilanz wird als ausgesprochen erfolgreich bewertet. Und erst im Oktober letzten Jahres wurde die Verlängerung der Zusammenarbeit bis zum 31. August 2018 beschlossen. "Wir verweisen auf das bestehende, langjährige Konzept und wollen daran festhalten", sagt Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck.
Polizei schreitet bei Pöbeleien und Schlägereien ein
Bereits jetzt habe die Polizei die Möglichkeit, im Rahmen der Gefahrenabwehr einzugreifen, wie Pressesprecher Kai Richter erklärt. "Wir haben die Alkoholexzesse im Blick." So werde eingeschritten, etwa wenn Minderjährige Alkohol konsumieren und bei bedrohlichen Ausfallerscheinungen, aber auch bei Pöbeleien und Schlägereien. "Nicht der Alkoholkonsum ist maßgeblich", sagt Richter, "sondern dessen Auswirkungen." Zu politischen Anfragen nehme die Polizei selbst aber keine Stellung. "Mit Manfred Fricke als beratendem Mitglied ist die Polizei aber gut im Ausschuss für Feuerwehr und Gefahrenabwehr vertreten."