Freitag , 18. September 2020
Mit elf neuen Bauerregeln wie dieser hatte das Bundesumweltministerium in den vergangenen Tagen für Furore gesorgt und sich Empörung vn Seiten der Landwirte eingehandelt. Quelle: Bundesumweltministerin

Bundesumweltministerin rudert zurück: Dialog statt Bauernregeln

Berlin. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks lenkt nach der massiven Kritik an ihren „neuen Bauernregeln“ ein. Anstatt weiterhin mit frechen Sprüchen über Massentierhaltung und Überdüngung zu polarisieren, will die SPD-Politikerin in Zukunft mit Bauern und Verbrauchern einen „Dialog“ zu Missständen im Agrarsektor führen.

Ein Sprecher sagte am Donnerstag, mit den „spielerisch-humorvollen „Bauernregeln““ sei es gelungen, die Aufmerksamkeit eines großen Teils der Öffentlichkeit für das Thema zu gewinnen. Jetzt komme das Ministerium aber zu seinem „Kernanliegen“: einen breiten Dialog darüber zu führen, wie Landwirtschaft und Naturschutz miteinander versöhnt werden könnten.
Für diesen „Dialog“ soll bald eine neue Website online gehen. Nach Angaben des Sprechers sind außerdem Debatten in sozialen Medien und bei einer Reihe von Veranstaltungen mit Hendricks geplant. Weitere Plakate mit „Bauernregeln“ soll es nicht geben.

Das Ministerium hatte in den vergangenen Tagen mit Sprüchen wie „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ oder „Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm“ für Furore gesorgt. In der Union und bei vielen Landwirten kam die Kampagne gar nicht gut an. Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) legte der SPD-Ministerin den Rücktritt nahe. CSU-Chef Horst Seehofer forderte Hendricks auf, sich bei den Bauern zu entschuldigen. dpa