Sonntag , 27. September 2020
Verbessert werden soll der Öffentliche Personennahverkehr im Landkreis und in der Hansestadt Lüneburg. Dazu wird bis Ende des Jahres ein Mobilitätskonzept erarbeitet. Foto: t&w

Planer stellen „Integriertes Mobilitätskonzept“ vor

Von Ingo Petersen
Lüneburg. Wie kommt der Berufspendler morgens schnell von Bleckede oder Amelinghausen nach Lüneburg und abends auch wieder zurück? Wie bewegt man sich am besten zwischen Lüneburgs Stadtteilen und das, ohne ein Auto zu benutzen? Wie lassen sich verschiedene Verkehrsmittel, etwa Bus, Bahn und Rad, am besten verknüpfen? Bezahlbar und ökologisch soll es auch noch sein. All dies und noch viel mehr soll im „Integrierten Mobilitätskonzept“ für Landkreis und Hansestadt Lüneburg stehen.
Grundlage für Fortschreibung des Nahverkehrsplans
Der Landkreis Lüneburg hatte das Konzept in Auftrag gegeben, das in den bis 2019 fortzuschreibenden Nahverkehrsplan für den Landkreis einfließen soll. Verkehrsingenieure der PTV Transport Consult hatten bereits intensiv Grundlagen erarbeitet, gestern stellten PTV-Mitarbeiter Christian Reuter und Christian Klasen von der IFOK GmbH, die den Kommunikationsprozess begleiten wird, erste Ergebnisse im Forum der Berufsbildenden Schulen I auf dem Schwalbenberg vor. Rund 20 Kreistagsmitglieder bekamen erste Informationen aus erster Hand.
Eine ausführliche „Bestandsanalyse“, so Reuter, sei Grundlage für alle weiteren Schritte. Einwohnerzahl, Einwohnerdichte, Pendlerströme, vorhandene Buslinien und Haltestellen seien ebenso in diese Analyse eingegangen wie die Taktung von Busverbindungen, die Fahrzeiten zwischen verschiedenen Orten oder die Verzahnung von Stadt- und Regionalverkehr.
Um auch über den Lüneburger Tellerrand hinauszuschauen und möglicherweise von anderen Regionen zu profitieren, wurden fünf Vergleichsregionen im ganzen Bundesgebiet ausgewählt alle liegen in ländlich geprägten Regionen und in der Nähe zu einer Metropolregion, gehören einem Verkehrsverbund an und ihre Zentren weisen eine ähnliche Einwohnerzahl wie Lüneburg auf. Die Wahl fiel auf Neumünster, Delmenhorst, Celle, Aschaffenburg und Bamberg.
Was sich hier zeigte, so Christian Reuter: „Der ÖPNV in der Hansestadt und im Landkreis Lüneburg ist im Vergleich zu ähnlich strukturierten Regionen gut aufgestellt.“ Etwa bei der Taktung der Busabfahrtzeiten oder dem Einsatz von Anrufsammelmobilen. Gut steht die hiesige Region auch da mit den Projekten Carsharing, Fahrradausleihe, Park&Ride-Möglichkeiten, dem Bürgerbus in verschiedenen Kommunen oder ihrem Radwegenetz. Aber Reuter sagte auch: „Dies bedeutet jedoch nicht, dass kein weiterer Verbesserungsbedarf besteht.“
Das sahen auch die anwesenden Kreistagsmitglieder so, die den Planern Hinweise mit auf den Weg gaben. Etwa Inge Voltmann-Hummes (SPD), die auf neue Herausforderungen für den ÖPNV an den Wochenenden als Folge künftiger Veranstaltungszentren in Lüneburg hinwies. Oder Detlev Schulz-Hendel (Grüne), der darum bat, auch über die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken, etwa Lüneburg Soltau, nachzudenken.
Die Information der Kreistagsmitglieder war gestern der erste Schritt, anschließend diskutierten Reuter und Klasen erstmals mit der „Lenkungsgruppe“ für das Integrierte Mobilitätskonzept. Die ist „eine bunte Runde“ (1. Kreisrat Jürgen Krumböhmer), besteht aus Vertretern von Verwaltung, Bürgermeistern, Vertretern von Naturschutzverbänden, Verkehrsverbänden, der Leuphana Universität, aber auch dem Seniorenbeirat.
Bürger sollen an Konzeptarbeit beteiligt werden
Man sei mit der Veranstaltung in der BBS auf dem Schwalbenberg am Ende des ersten von drei Arbeitsschritten, erklärte Christian Reuter. In den nächsten Monaten folgen weitere Treffen mit der Lenkungsgruppe, deren Ergebnisse dann von den Verkehrsplanern verarbeitet und wiederum in der Lenkungsgruppe vorgestellt werden. Parallel dazu soll auch eine Bürgerbeteiligung, etwa in Form von Bürgerversammlungen und Möglichkeiten der Online-Kommentierung geschaffen werden. „Die Gutachter brauchen Hinweise, wo sie hindenken sollen“, erklärte Erster Kreisrat Krumböhmer.
Ende 2017 soll das „Integrierte Mobilitätskonzept“ für Landkreis und Hansestadt Lüneburg vorgelegt werden.