Lüneburg hat in Sachen Betreuung landesweit eine der besten Versorgungsquoten bei den Kleinkindern. Dennoch plant die Stadt, weitere Gruppen einzurichten. Foto: t&w

Lüneburgs Kitas wachsen und wachsen

Lüneburg. Insgesamt 3703 Plätze zur Betreuung von Kindern gibt es in Krippen, Kitas sowie in Horten und in der Nachmittagsbetreuung in der Stadt Lüneburg. Dabei sind Ganztagsplätze in Krippen und Kitas besonders stark nachgefragt, berichtete Thomas Wiebe, Bereichsleiter Betreuung und Bildung bei der Stadt, jetzt im Jugendhilfeausschuss. Er kündigte auch an, dass in den kommenden Jahren zusätzliche Plätze für bis zu 240 Kinder in Krippen und Kitas geschaffen werden sollen.

Laut Thomas Wiebe gibt es 2335 Kita-, 603 Krippenplätze sowie 765 Plätze in Horten und in der Nachmittagsbetreuung. Die Nachfrage nach Ganztagsplätzen in der Kita hat in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen. Waren 2005 nur ein Viertel der insgesamt 1980 Plätze Ganztagsangebote (451), so machten diese 2016 fast die Hälfte der 2335 Plätze mit 1152 aus. Noch deutlicher zeigt sich dieser Trend bei Krippenplätzen. Gab es 2005 in Lüneburg 92 Plätze, davon 50 Ganztagsplätze, waren es 2016 insgesamt 603 Plätze, davon 456 ganztägige.

Wachsendes Hanseviertel zwingt Stadt zum Handeln

61 Einrichtungen machen Betreuungsangebote, darunter sind elf städtische Kitas (überwiegend mit Krippe), zwei städtische Horte, acht Über-Mittag-Betreuungen durch freie Träger sowie 40 Kitas, Krippen und Horte von freien Trägern. Dabei haben die 13 städtischen Einrichtungen genauso viele Kinder in der Betreuung wie die 40 Einrichtungen der freien Träger. Sozialdezernentin Pia Steinrücke unterstrich, dass die Stadt den Anteil der Einrichtungen in eigener Trägerschaft auch halten möchte.

Die Versorgungsquote aller Kinder im letzten Kita-Jahr besonders wichtig für den Übergang zur Grundschule bezifferte Wiebe mit 95 Prozent. Die Versorgungsquote für Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren liegt bei 603 Krippen- und 284 Tagespflegeplätzen bei rund 50 Prozent.

Es gibt vor allem zwei Gründe, warum die Stadt weitere Plätze für die Kinderbetreuung schaffen muss: Zum einen wächst das Hanseviertel, dort leben viele junge Familien. Zum anderen muss das Angebot aufgrund des Zu- und Nachzugs von Flüchtlingsfamilien ausgebaut werden. Allein seit Sommer 2015 wurden 110 Kinder aus Flüchtlingsfamilien in städtischen Kitas untergebracht, ein wichtiger Schritt zur Integration, wie Pia Steinrücke deutlich machte. Dabei wurde mehr als die Hälfte der Kinder in den Kitas in Kaltenmoor aufgenommen. Die Stadt sei bestrebt, die Kinder künftig möglichst in unterschiedlichen Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet unterzubringen, verdeutlichte die Sozialdezernentin.

Neubau und Erweiterungen vor allem in Kaltenmoor

Mit Blick aufs Hanseviertel erläuterte Wiebe, dass die Kita Hansekids im Gebäude 40 der ehemaligen Schlieffenkaserne, die erst im vergangenen November eröffnet wurde, noch in diesem Jahr um eine Krippengruppe sowie drei Kita-Gruppen erweitert werden soll. Geplant ist voraussichtlich für 2018 auch die Erweiterung der Kita Hanseviertel um zwei Kita-Gruppen.

In Kaltenmoor soll noch in diesem Jahr mit dem Neubau der Awo-Kita begonnen werden. Neben fünf Kita- und drei Krippengruppen sollen dort auch Räume für Treffen und Elterngespräche Platz finden. Die Kita Kaltenmoor soll zudem eine zusätzliche Kita-Gruppe in den Räumen des Jugendzentrums erhalten, in der Kita Kreideberg soll eine Krippengruppe entstehen. Außerdem sollen laut Planung der Stadt im Rahmen der Sanierung der Sporthallen in Kaltenmoor die Räume von zwei Kita-Gruppen modernisiert werden.

Von Antje Schäfer