Die Kreisstraße 46, ehemals Bundesstraße 4, sollte eigentlich nächstes Jahr saniert werden. Da zeitgleich jedoch die Erneuerung der Autobahn 39 geplant, die K46 als Ausweich- und Umleitungsstrecke vorgesehen ist, wird die Sanierung der Kreisstraße verschoben. Foto: t&w

Marode Kreisstraßen: Ausschuss verabschiedet Programm

Embsen. Knapp 3,2 Millionen Euro will der Landkreis Lüneburg in diesem Jahr in Unterhaltung und Neubau von Straßen und Radwegen investieren: "Das ist schon eine ordentliche Summe", sagt Jens-Michael Seegers, Chef des kreiseigenen Betriebs Straßenbau und -unterhaltung (SBU). Auf der Liste stehen unter anderem die Radwege-Neubauten entlang der Kreisstraße 28 zwischen Vastorf und Barendorf (Kosten 600000 Euro) und entlang der K2 von Rullstorf zur Landessstraße 219 (Kosten 934000 Euro).

Erneuert wird auch die Kreisstraße 31 von Wittorf nach Bardowick, und zwar in drei Bauabschnitten (LZ berichtete). Insgesamt kostet dieser Ausbau den Kreis knapp 800000 Euro. Und auch die K2 vom Kronsberg Richtung Rullstorf wird erneuert für 423000 Euro. Nicht mehr reparabel ist die Geh- und Radwegebrücke in Scharnebeck an der Kreisstraße 2. Der Ersatz für das marode Bauwerk kostet 110000 Euro und soll in diesem Jahr ebenfalls realisiert werden.

Arbeiten bei Wendewisch starten 2018

Ohne Gegenstimme auf den Weg gebracht wurde in der jüngsten Sitzung des Betriebs- und Straßenbauausschusses die Fortschreibung der Prioritätenliste für Straßensanierungen für 2018 und die kommenden Jahre. Seit 2005 gibt es eine entsprechende Liste, die kontinuierlich ergänzt wird. Drei Kriterien entscheiden über die Reihenfolge der Dringlichkeit: Substanzerhalt des Bauwerks, Unfallgefährdung und Verkehrsbelastung.

Sicher in Angriff genommen wird 2018 die Sanierung der Kreisstraße 4 Wendewisch Richtung Landesstraße 219. Ganz oben auf der Prioritätenliste stand ursprünglich die Sanierung der ehemaligen Bundesstraße 4, heute K46, von Handorf bis zur Kreisgrenze Harburg. Im kommenden Jahr saniert wird aber auch die Autobahn 39 und das bedeutet, dass die K46 als Umleitungs- und Ausweichstrecke genutzt wird. "Aus diesem Grund schieben wir unsere Sanierungsabsichten zunächst auf", erläuterte Seegers, "bis die Arbeiten auf der A39 abgeschlossen sind."

Die K4 und die K46 sind nicht die einzigen sanierungsbedürftigen Straßen im Kreis: Auf der Prioritätenliste stehen noch 19 weitere Teilstücke, die marode sind und erneuert werden müssen. Angefangen von der Sanierung der Ortsdurchfahrt Köstorf für 240000 Euro bis zur K37 in der Ortsdurchfahrt Deutsch Evern, die auf einer Länge von 910 Metern saniert werden soll. Doch diese mit 895000 Euro kalkulierte Maßnahme wird wohl nicht vor 2021 realisiert.

Barnstedter müssen sich weiter gedulden

Noch länger werden sich voraussichtlich die Barnstedter gedulden müssen. Auch wenn Egbert Bolmberg (Grüne) im Ausschuss die schon schlechten Straßenbedingungen äußerst plastisch beschrieb. "Als ob ein Panzer Rillen in den Asphalt gedrückt hätte." Das Problem ist beim SBU bekannt.

Doch auch das sogenannte "Patchen", das maschinelle Aufbringen von Splitt, habe nach Einschätzung von Bolmberg wenig bis gar nichts gebracht. Im Gegenteil: "Ich habe das Gefühl, dass es danach noch schlechter wurde." 1700 Meter misst die Ortsdurchfahrt in Barnstedt. Die Gesamtkosten für die Sanierung dafür belaufen sich nach derzeitiger Kalkulation auf 1,386 Million Euro. Diese Maßnahme steht, ebenso wie Deutsch Evern, im SBU-Mehrjahresprogamm.

Von Klaus Reschke