Mittwoch , 30. September 2020
Die Verkehrsinsel auf der Reichenbachstraße soll entsiegelt werden. Im Sommer will die Stadt damit loslegen. Foto: t&w

Fahrbahnteiler sollen bald blühen

Lüneburg. Noch trennt eine Beton­erhöhung die beiden Fahrspuren voneinander, bald soll die Verkehrsinsel auf der Reichenbachstraße jedoch ihre Form verändern. Die Stadt möchte in diesem Jahr 25000 Euro in die Hand nehmen, um nach und nach Verkehrsinseln zu entsiegeln. Wo zurzeit noch trostloser Stein zu sehen ist, könnten bald Stauden wachsen.

Noch aber dauert es etwas mit der Umsetzung: Erst nach den Sommerferien sollen die Arbeiten in der Reichenbachstraße starten, zuerst ist die Verkehrsinsel auf der Höhe der Polizei­inspektion an der Reihe. Dort wird zunächst die alte Decke aufgebrochen, um anschließend Mutterboden und Pflanzen ­hineinsetzen zu können.

Regenwasser kann dann wieder versickern

Ziel der Entsiegelung ist es, auf dieser Fläche wieder Wasserdurchlässigkeit zu garantieren. Wenn Bodenflächen durch Asphalt oder Pflaster versiegelt werden, kann das Regenwasser nicht mehr auf natürliche Weise versickern, der Niederschlag muss über die Kanalisation abgeleitet werden. Stadtpressesprecher Daniel Gritz nennt weitere Vorteile: „Das Stadtklima wird verbessert, Biodiversität gesteigert.“ Gleichzeitig sei aber auch der Unterhaltungsaufwand auf entsiegelten Verkehrsinseln höher. Denn wo vorher Beton war, müssten dann Pflanzen gepflegt werden.

Auch der zweite Fahrbahnteiler der Reichenbachstraße, der sich kurz vor der Querstraße Am Schifferwall/Bockelmannstraße befindet, soll sich verändern, die Arbeiten sollen direkt im Anschluss starten. Gritz: „Dann arbeiten wir uns Schritt für Schritt von einer großen Einfallstraße zur nächsten vor.“

Entsiegelung immer wieder auf dem Tisch

Das Entsiegeln von Verkehrsinseln war in Lüneburg in den vergangenen Jahren immer mal wieder Thema, so hatten die Umweltverbände beispielsweise schon 2012 darauf aufmerksam gemacht, dass viele öffentliche Kleinflächen asphaltiert oder gepflastert seien. Auch hatten Nabu und BUND auf alternative Nutzungsformen und Vorteile hingewiesen. Damals wurde auch schon die Verkehrsinsel am Reichenbachplatz immer wieder als Beispiel herangezogen.

Auch andere Investitionen im Bereich Außenanlagen waren jetzt Thema im Umweltausschuss. So will die Stadt weitere 25000 Euro in die Neupflanzung von standortheimischen Bäumen investieren. Diese sollen vor allem dort Platz finden, wo zuvor Bäume gefällt wurden. „Aber es werden auch Lücken gefüllt“, versichert Daniel Gritz. ap