Die Sparkasse Lüneburg sieht sich selbst als Nummer eins in Stadt und Landkreis. Das Geldinstitut hebt nun die Preise für Girokonten an, die GiroPrivileg-Modelle böten aber künftig auch mehr Vergünstigungen. Foto: A/t&w

Sparkasse Lüneburg begründet höhere Gebühren

Lüneburg. Von Gebühren mag Thomas Piehl nicht sprechen, auch das Wort Erhöhung vermeidet der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Lüneburg, vielmehr gehe es darum, "eine Dienstleistung aufwandsgerecht zu bepreisen": Aller Wortwahl zum Trotz bleibt unter dem Strich für die allermeisten Kunden seines Hauses die Kernbotschaft dieselbe: Vom 1. Mai an müssen sie mehr bezahlen, wenn sie ein Girokonto bei der Sparkasse Lüneburg haben.

Anstieg zwischen 10 und 67 Prozent

Wie berichtet, steigen die Preise bei den GiroPrivileg-Konten um 1,50 Euro im Monat, das ist je nach Modell ein Anstieg zwischen 10 und 20 Prozent. Für das gefragteste Konto GiroPrivat steigt der Preis um 14,3 Prozent, als monatliche Grundgebühr wie es die Sparkasse hier auch selbst nennt werden 4 statt 3,50 Euro fällig. Um knapp 67 Prozent teurer wird bei diesem Modell die einzelne Buchung, die dann 0,25 statt wie bisher 0,15 Euro kostet. Gleichzeitig gibt die Sparkasse eine Garantie, dass die Preise bis April 2020 nicht weiter steigen werden. Alle Kunden würden im Zeitraum vom 9. bis 15. Februar per Brief persönlich darüber informiert.

„Für uns gelten die gleichen Regeln wie für andere Banken und wir müssen auch Geld verdienen.“
Thomas Piehl, Vorstandsvorsitzender

 

"Für uns gelten die gleichen Regeln wie für andere Banken und wir müssen auch Geld verdienen", begründet Piehl den Schritt, den der Vorstand beschlossen habe. Die Rahmenbedingungen hätten sich geändert: "Früher konnten wir mit den Spareinlagen der Kunden noch Geld verdienen, das ist heute nicht mehr so." Allein im Vergleich von 2015 zu 2016 habe sein Haus ein Minus von 5 Millionen Euro bei den Zinseinkünften zu verbuchen gehabt, obwohl "wir mehr Geschäfte getätigt haben". Und die Sparkasse rechne damit, dass bis 2020/2021 weitere fünf Millionen Euro weniger auf diesem Sektor in ihre Kasse fließe. Angesichts dessen, dass Zinsen bei Sparkassen 75 bis 80 Prozent der Einkünfte ausmachen, wie Michael Jurr, stellvertretendes Mitglied im Vorstand, darlegte, müsse das erstmal aufgefangen werden.

Höherer Preis beudetet auch mehr Leistung

Auf diese Entwicklung will die Sparkasse aber nicht mit Entlassungen oder weiteren Filialschließungen reagieren, vielmehr habe das Unternehmen das eigene Preis-Leistungsangebot überprüft. Die Folge sei nun ein höherer Preis, aber auch mehr Leistung, wie Piehl verspricht. Denn für die GiroPrivileg-Konten seien weitere Partner hinzugekommen, so dass Kunden zusätzliche Vergünstigungen zum Beispiel beim Restaurantbesuch bekämen oder auch eine Versicherung für mobile Elektronikgeräte. Zudem habe die Sparkasse in Stadt und Landkreis Lüneburg mit 21 Filialen mehr als jeder Mitbewerber, für die Kunden stünden im Kreisgebiet zudem 52 Geldautomaten zur Verfügung, so viele könne kein anderer auch nur annährend bieten. Piehl ist deshalb trotz der höheren Preise zuversichtlich, dass die Sparkasse ihr anvisiertes Ziel von 100000 Girokonten aktuell sind es knapp 95000 bald erreichen könne.

Von Alexander Hempelmann

Das tut gut

Ihre 2012 gestartete Förderinitiative „Das tut gut“ will die Sparkasse leicht modifizieren. Die jährlich ausgelobte Fördersumme für einzelne Projekte von Vereinen oder Institutionen – im Vorjahr 160 000 Euro – setzt sich fortan zusammen aus der Zahl der Privatgirokonten (Stand 31. Dezember 2016: 94 390), Erträgen des Gewinnsparens (52 000 Euro), einem persönlichen Budget der Filialleiter, die fortan als Botschafter der Initiative fungieren (zusammen 25 000 Euro), und freiwilligen Spenden der Kunden – macht zusammen mehr als 171 000 Euro plus x.

Die Phasen der Projekteinreichung und Abstimmung durch die Kunden sollen jeweils ein Vierteljahr später stattfinden als in den Vorjahren, die Abstimmung zum Beispiel vom 15. Oktober bis 10. November.