Lüneburg ist Zuzugsregion, seit Jahren steigt die Einwohnerzahl von knapp 61.000 im Jahr 1990 auf mehr als 76.000 heute. Die Folge: In den Schulen ist es zu eng geworden. Die Stadt muss weiter anbauen. Foto: t&w; Grafik: jj

Es wird eng an den Grundschulen Lüneburgs

Lüneburg. In Lüneburgs Grundschulen wird es immer enger. Seit Jahrzehnten steigt mit der Einwohnerzahl die seit 1990 von knapp 61000 auf nunmehr über 76000 Menschen geklettert ist, auch die Zahl der Einschulungen in der Hansestadt kontinuierlich. Die Folge: Die Stadt muss hier und da anbauen, um alle Schüler unterbringen zu können. Immer wieder muss sie sich übergangsweise auch mal mit Containern behelfen, weil die Bauarbeiter nicht so schnell nachkommen. Und weil die Entwicklung nach den Prognosen der Verwaltung auch in den kommenden Jahren anhält, deuten sich die nächsten Kapazitätsengpässe an: Schon im Sommer, wenn das neue Schuljahr beginnt, fehlt in Lüne und an der Igelschule in Hagen jeweils mindestens ein Klassenraum.

Neue Schule im Hanseviertel bleibt eine Option

Die Entwicklung der Schülerzahlen an den Lüneburger Grundschulen bis 2022 ist jetzt zentrales Thema im Schulausschuss des Rates, das Gremium tagt das nächste Mal am Freitag, 3. Februar, im Rathaus (Beginn: 16 Uhr). Aktuell lernen an den Grundschulen in Trägerschaft der Stadt 2724 Schüler in den Klassen 1 bis 4 (Stand Schuljahresbeginn). Im Vorfeld hat die Verwaltung anhand der vorliegenden Zahlen der derzeit in Lüneburg wohnenden Kinder unter sechs Jahre die einzelnen Schulstandorte in den Blick genommen und festgestellt: Selbst wenn hier und da Schulbezirke verändert werden, um Schülerströme besser lenken zu können, wird das nicht reichen.

Hier gibt es wohl keine Probleme: Die zuletzt gleich zweimal ausgebaute Schule Im Roten Felde wird ebensowenig Kapazitätsprobleme bekommen wie die Heiligengeistschule, die Grundschule Kreideberg, die Schule am Sandberg in Ochtmissen, die Hermann-Löns-Schule, die Grundschule Hasenburger Berg und die Grundschule Häcklingen, prognostiziert die Stadt.
Hier gibt es eventuell Probleme: Die Anne-Frank-Schule in Kaltenmoor ist vierzügig ausgelegt und eigentlich groß genug, um die zu erwartenden Abc-Schützen der kommenden Jahre aufzunehmen. Aber die Schule hat verhältnismäßig viele Kinder aus Migrantenfamilien mit rudimentären Deutschkenntnissen. Deshalb erwägt die Verwaltung, dass ausländische Kinder ohne oder mit nur geringen Deutschkenntnissen aus dem Schulbezirk künftig an anderen Schulen eingeschult werden könnten, stattdessen könnten Kinder aus den Wohngebieten In den Kämpen und Bülows Kamp statt zur Igelschule dann zur Anne-Frank-Schule gehen.

Hier gibt es Probleme

Die Igelschule und die Schule Lüne haben aktuell Kapazitäten für eine Dreizügigkeit, die werden sie angesichts des weiter wachsenden Hanseviertels schon im August, wenn die nächsten Abc-Schützen kommen, überschreiten. Ob dann jeweils Container für eine Klasse aufgestellt werden oder möglicherweise die Betreuung in ein solches im Amtsdeutsch Mobilraum genanntes Provisorium umzieht, soll mit den jeweiligen Schulleitungen geklärt werden. In Lüne stehen ohnehin bereits Container. Ab 2018 soll an beiden Standorten angebaut werden. Außerdem sollen Schüler aus der Goseburg künftig statt zur Igelschule zur Grundschule Kreideberg gehen. Davon ausgenommen wären aktuelle Grundschüler und Geschwisterkinder. Niemand müsste also innerhalb der ersten vier Jahre die Schule wechseln. Kinder aus den Straßen rund um den Pulverweg, Am Schützenplatz und Teilen der Wedekindstraße, die in den nächsten Jahren eingeschult werden, könnten künftig möglicherweise von Lüne zur Heiligengeistschule umgelotst werden.

Hier gibt es Kapazitäten: Die St.-Ursula-Schule, die vor wenigen Jahren in den Neubau neben das Theater umgezogen ist, hat noch eine Ausbaureserve, ein Grundstück der Lüwobau neben der Avacon-Ausbildungswerkstatt, um komplett vierzügig zu werden. Ein Anbau hier könnte mögliche "Überlastungen" der Schule Lüne, an der Igelschule und an der Anne-Frank-Schule auffangen.

Das ist eine Alternative: Im Hanseviertel hält sich die Stadt auf dem Areal des dritten Bauabschnitts ein Grundstück frei, um dort eventuell eine ganz neue Schule zu bauen. Aktuell zieht die Verwaltung das aber nicht in Erwägung, es ist nur das Faustpfand in der Hinterhand. Denn die Schülerzahlen für das Hanseviertel III mit rund 600 Wohneinheiten sind derzeit ebensowenig schon Bestandteil der Zahlenspiele wie jene aus einem seit Jahren diskutierten Neubaugebiet am Ebensberg.

Schülerzahlen

Trägerschaft Stadt:

  • Anne-Frank-Schule:↔ 360
  • Hasenburger Berg: ↔321
  • Lüne: ↔305
  • Im Roten Felde: ↔280
  • Igelschule: ↔258
  • Häcklingen: ↔248
  • Kreideberg:↔ 246 St.-
  • Ursula-Schule: ↔226
  • Heiligengeistschule: ↔206
  • Hermann-Löns-Schule: ↔186
  • Am Sandberg: ↔88

Private Träger:

  • Rudolf Steiner Schule: ↔146
  • Montessori-Schule: ↔84(Stand Schuljahresbeginn)