Die HanseCard ermöglicht Jugendlichen viele Vergünstigungen, zum Beispiel im Theater, im Freibad und in Museen. Foto: sp

HanseCard: Vergünstigungen bald auch für Erwachsene?

Lüneburg. Spaß im Freibad und im Sportbad, Besuche im Theater und in Museen, Veranstaltungen der Volkshochschule, auf Schlittschuhen Kurven drehen im Adendorfer Eisstadion seit 2013 können auch Kinder und Jugendliche von Eltern mit kleinem Geldbeutel sowie junge Menschen, die ein Ehrenamt ausüben, derartige Angebote nutzen, und zwar zum halben Preis. Möglich macht es die HanseCard der Stadt, die inzwischen auch in Adendorf und den Samtgemeinden Gellersen und Ostheide angeboten wird. Jetzt möchte die Jamaika-Gruppe im Rat der Stadt den Kreis der Berechtigten ausweiten auch Erwachsene sollen von den Vergünstigungen profitieren.

Mehrkosten von mindestens 100000 Euro im Jahr

"Die HanseCard erfreut sich von Beginn an großer Beliebtheit und wird von Jahr zu Jahr mehr angenommen", stellt die Gruppe aus CDU, FDP und Grünen in ihrem Antrag fest, den sie für die Ratssitzung am heutigen Donnerstag eingebracht hat. Was aber bislang nur für Kinder und Jugendliche gilt, deren Eltern Sozialleistungen beziehen, soll nun auch erwachsenen Sozialhilfeempfängern und Ehrenamtlichen zugute kommen: Die Gewährung eines Rabatts von 50 Prozent auf ausgewählte öffentliche Einrichtungen in den an der HanseCard beteiligten Kommunen.

Die Gruppe beruft sich dabei auf entsprechende Absichtserklärungen bei der Einführung der HanseCard. "Diese Absicht wollen wir nun umsetzen und stellen deshalb diesen Antrag."
Bei der Stadt stößt das Ansinnen auf vorsichtige Zurückhaltung. Sie verweist auf zusätzliche Kosten, deren Höhe aber erst angegeben werden könne, sobald die in Betracht kommende Personenzahl feststehe. "Nach einer alten Erhebung aus 2012 wären das allein für die Stadt Lüneburg circa 14000 Personen gewesen. Inzwischen dürfte sich die Zahl unter anderem durch die Flüchtlinge noch weiter erhöht haben", heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung.

Mögliches Problem mit dem Entschuldungsvertrag

Wurden bislang durchschnittlich 3500 Karten pro Jahr ausgegeben, wodurch Kosten in Höhe von jährlich rund 10.000 Euro angefallen seien, geht die Stadt bei einer Erweiterung des Berechtigtenkreises von "deutlich über 100.000 Euro pro Jahr" aus, da Erwachsene die kulturellen Angebote vermutlich intensiver nutzten. Damit aber könnte die Stadt ein Problem mit dem Entschuldungsvertrag bekommen, der eine Deckelung freiwilliger Leistungen vorsieht, zu denen auch die HanseCard zählt.

Auch müssten die anderen teilnehmenden Gemeinden gefragt werden, ob auch sie sich einer Erweiterung anschließen wollen. "Ein nach Gemeinden unterschiedlicher Berechtigtenkreis ist aus Sicht der Stadt schwer vertretbar und würde für Unmut sorgen." Die Verwaltung schlägt deshalb vor, das Thema zunächst im Sozialausschuss weiter zu diskutieren.

Von Ulf Stüwe