Immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Patienten haben Juliane Meyer-Strechel (l.) und Johanna Gerhard. Sie arbeiten seit einem Jahr als Patientenfürsprecherinnen am Klinikum. Foto: t&w

Klinikum Lüneburg: Patientenfürsprecher haben sich etabliert

Lüneburg. Manchmal reicht ein Gespräch. Eine halbe Stunde, in der Johanna Gerhard und Juliane Meyer-Strechel einfach nur zuhören. Beistand leisten. Und wenn gewünscht auch vermitteln. "Wenn man seinen Frust erstmal losgeworden ist, ist er meistens nicht mehr so groß. Für viele reicht es offenbar schon, wenn wir einfach da sind", erzählen die beiden Rentnerinnen, die seit etwas mehr als einem Jahr am Klinikum als Patientenfürsprecherinnen arbeiten.

Seit dem 1. Januar 2016 ist dieses Amt auch in Niedersachsen für jedes Krankenhaus Pflicht, zuvor gab es die ehrenamtlich tätigen Ansprechpartner schon in anderen Bundesländern. Für Johanna Gerhard und Juliane Meyer-Strechel ist die Arbeit im Klinikum kein Neuland, immerhin sind die beiden schon viele Jahre bei den "Grünen Damen" aktiv, kümmern sich auch dort mit viel Hingabe um die Patienten allerdings in einer ganz anderen Rolle. "Als grüne Dame verhält man sich nach Möglichkeit sehr zurückhaltend, jetzt haben wir eine ganz andere Funktion", erklärt Johanna Gerhard, die positiv überrascht war, dass das Klinik-Personal bislang immer offene Ohren für ihre Anliegen hatte.

"Wir hatten mal einen Fall von einem Patienten, der sich in der Visite übergangen fühlte, weil die Ärzte über ihn, aber zu wenig mit ihm geredet haben. Der behandelnde Arzt war froh, dass wir ihn darauf nochmal angesprochen haben, er hatte das in dem Moment gar nicht so registriert", erzählt die 66-Jährige, die weiß, dass viele Patienten zunehmend das Gefühl bekommen, das Personal hätte keine Zeit für sie. Schließlich gebe es in allen Krankenhäusern die Notwendigkeit, Abläufe zu optimieren.

„Bei uns kann man erstmal erzählen, wir sind nicht so offiziell.“
Juliane Meyer-Strechel, Patientenfürsprecherin

Der bundesweite "Tag des Patienten", der gestern begangen wurde und in dessen Rahmen auch das Klinikum über die Arbeit ihrer Patientenfürsprecherinnen informierte, soll dabei die Rechte der Kranken stärken, die zudem eine weitere Anlaufstelle beim Beschwerdemanagement der Klinik finden. "Wir hatten mal einen Fall, den wir an die Kollegen dort abgeben mussten, weil das medizinisch zu kompliziert war. Aber auch dann können wir anbieten, beim Gespräch dabei zu sein und zu vermitteln", erzählt Juliane Meyer-Strechel, die als ehemalige Krankenschwester weiß, wie wichtig für viele Patienten allein das Gefühl ist, sich im Zweifelsfall an jemanden wenden zu können, dem man etwas anvertrauen kann. "Bei uns kann man erstmal erzählen, wir sind nicht so offiziell", sagt Meyer-Strechel, die wie ihre Kollegin jeden Tag auf Anfragen reagiert. In die Sprechstunde in der ­Klinik-Bibliothek am Mittwochnachmittag kämen bislang eher wenige Patienten, das müsse sich vielleicht noch herumsprechen.

Für Dr. Michael Moormann, Geschäftsführer des Klinikums, hat sich das Angebot bereits bewährt: "Für Patienten und Angehörige, die sich scheuen, das Beschwerdemanagement des Klinikums in Anspruch zu nehmen, sind die Patientenfürsprecherinnen ein hilfreiches Alternativangebot."

Von Manuela Gaedicke

Ansprechpartner in Lüneburg

Psychiatrische Klinik 1 und 2, Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie der Psychiatrischen Klinik Lüneburg Elke Stange, Tel. 04131 60 10045, elke.stange@pk.lueneburg.de

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPP) der Psychiatrischen Klinik Lüneburg Petra Andreas-Siller, Tel. 04131 60 10046, petra.andreas-siller@pk.lueneburg.de

Orthoklinik Lüneburg Martin Fischer, patientenfuersprecher@orthoklinik-lueneburg.de

Klinikum Lüneburg Johanna Gerhard und Juliane Meyer-Strechel, Tel. 04131 77 2678, patientenfuersprecher@klinikum-lueneburg.de