In die Jahre gekommen und inzwischen auch zu klein ist das Dahlenburger Rathaus. Lieber heute als morgen wollen Politik und Verwaltung deshalb die Planung für moderne und effiziente Räume auf den Weg bringen. Ob als Um- oder Neubau, möglicherweise auch zur Miete, ist noch offen. Foto: kre

Dahlenburg: Rathaus-Umbau mit Fragezeichen

Dahlenburg. Der Dieselabgas-Skandal von VW vernebelt auch den Dahlenburgern die Bilanzen: "Wir bekommen dadurch rund 200000 Euro weniger an Schlüselzuweisungen vom Land", bedauerte Kämmerer Stefan Mondry während der jüngsten Samtgemeinderatssitzung. Geld, das dem angespannten Etat durchaus gut getan hätte, denn die Dahlenburger haben einiges vor in diesem Jahr. Angefangen von der Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans (LZ berichtete) bis hin zum Rathausbau, der vielleicht aber auch ein Neubau werden könnte. Denn ob Um- oder Neubau, darüber gingen die Meinungen im Rat auseinander. Den Etat segnete der Rat bis auf eine Gegenstimme von Jens-Peter Finck (Grüne) aber mit großer Mehrheit ab.

Wie berichtet, hat die Verwaltung einen Bauantrag für den Um- und Ausbau des Bürogebäudes gestellt. Rund 800000 Euro soll der Um- und Ausbau des Gebäudes kosten, das dann auch barrierefrei hergerichtet werden soll. Trotzdem stößt dieser Vorschlag nicht bei allen Mitgliedern im Rat auf ungeteilte Zustimmung. Die CDU beispielsweise würde es lieber sehen, wenn ein Investor ein Rathaus in der Nähe des Marktplatzes neu bauen würde und die Samtgemeinde als Mieter einziehen könnte. Und auch die Grünen machten einen Vorschlag zur Raumnot-Linderung in der Verwaltung: Jens-Peter Finck erinnerte an das Angebot eines Dahlenburgers, der das weiße Fachwerkhaus am Marktplatz saniert. "Hier könnte die Samtgemeindeverwaltung sich mit einigen ihrer Büros einmieten", so Finck.

Welche Lösung letztlich greifen wird, das hängt aber maßgeblich auch von der Baugenehmigung des Landkreises ab, mit der Mathias Dorn von der Samtgemeindeverwaltung in den nächsten Wochen rechnet. Dann wird sich auch zeigen, ob Finck Recht mit seiner Aussage hatte, dass der Landkreis Lüneburg die Samtgemeindeverwaltung in die Gebäudeklasse V einstuft. Das nämlich wäre fatal, weil teuer. Dann müsste laut Dorn jedes Stockwerk beim Umbau mit Toilettenanlagen, Sozialräumen und auch brandschutztechnisch aufgerüstet werden.
Doch nicht nur Samtgemeindebürgermeister Christoph Maltzan zeigte sich ob dieser Information während der Ratssitzung mehr als verwundert. "Das ist uns nicht bekannt", staunte der Rathauschef. Maltzan selbst war gestern nicht zu erreichen, dafür sein Stellvertreter Mathias Dorn und der betonte noch einmal, "dass bis zum jetztigen Zeitpunkt keinerlei Informationen darüber vorliegen, dass das Gebäude in die Klasse V eingestuft worden ist."

Unstrittig ist allerdings, dass der Dahlenburger Verwaltungsbau in die Jahre gekommen ist: "Wir brauchen ein modernes, effizientes Rathaus, und das möglichst bald. Das muss jetzt losgehen", forderte unter anderen SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp. Dem mochte auch Ulrich Schulz (CDU) nicht widersprechen: "Das Rathaus ist ein Bürgerinformations- und Servicecenter, das auch Menschen mit körperlichen Beinträchtigungen gut und problemlos erreichen müssen." Fragt sich nur, ob diese Ziele mit einem Umbau, Neubau oder Anmieten besser zu verwirklichen sind.

Von Klaus Reschke