Sonntag , 27. September 2020
Das Zwick ist seit letzter Woche geschlossen. Zu den Gründen äußert sich der Betreiber nicht. Foto: wk

Zwick Lüneburg: Kündigungen per WhatsApp

Lüneburg. Das plötzliche Aus für die Musikkneipe Zwick in Lüneburg am Schrangenplatz überraschte auch Mitarbeiter. Eine Kellnerin sagt gegenüber der LZ: Sie habe erst am Dienstag über WhatsApp erfahren, dass sie nicht mehr antreten könne und die Kündigungen unterwegs seien. Diese Art sei „respektlos und schäbig“. Die Ex-Mitarbeiterin sagt, sie spreche auch für einige der Kollegen. Doch Zwick-Betreiber Uli Salm weist die Vorwürfe zurück.

Sonntag lief der Betrieb noch, Montag wäre sowieso Ruhetag gewesen. Teile des Inventars wurden Anfang der Woche bereits aus dem Laden geholt. Warum er das Zwick geschlossen hat, dazu äußert sich Uli Salm, der noch einen Mietvertrag bis 2024 hat, nicht. Gegenüber der LZ sagte er lediglich: „Ich kann im Moment zu allen Anfragen, die das Zwick Lüneburg betreffen, keinerlei Stellung nehmen. Dazu bin ich durch ein laufendes Verfahren verpflichtet.“

Laut der verärgerten Mitarbeiterin sind zwölf Frauen und Männer betroffen: sechs im Service, vier an der Bar, zwei in der Küche, elf von ihnen seien Aushilfen, es habe eine Festangestellte gegeben. Es habe regelmäßig Team-Meetings gegeben, das letzte vor etwas mehr als einer Woche: „Da war die Schließung kein Thema. Erfahren haben wir davon am Dienstagmorgen über den Gruppenchat bei WhatsApp. Da wurde uns vom Chef mitgeteilt, es würde ihm leidtun, der Laden würde geschlossen, die Kündigungen seien unterwegs.“ Als die Frage nach der Lohnfortzahlung gestellt wurde, habe sich Uli Salm ausgeklinkt.

Zu den Vorwürfen sagt Zwick-Chef Uli Salm: „Dazu kann ich nur klarstellen, dass alle Mitarbeiter immer einen festen Ansprechpartner hatten und auf Fragen stets umgehend reagiert wurde. Wir werden weder Einzelheiten zu den einzelnen Mitarbeitern, der Beendigung von Arbeitsverhältnissen, zu den Gründen, die zur Schließung des Betriebes geführt haben, noch Angaben zum Bestehen oder Nichtbestehen eines Mietverhältnisses öffentlich machen.“

Von Rainer Schubert