Die Computergrafik zeigt den Gebäudekomplex, der ab dem Frühjahr an der Lübecker Straße im Hanseviertel gebaut wird. Es entstehen 36 Wohnungen im betreuten Wohnen, sechs bis acht davon sind barrierefrei und sollen auch jüngeren Menschen mit Behinderung zur Verfügung stehen. Foto: MRP Achitekten

Lüneburg: Sozialer Wohnungsbau läuft an

Von Antje Schäfer
Lüneburg. Wohnraum ist in Lüneburg stark nachgefragt, das treibt die Mieten zum Teil in die Höhe: Die Stadt will nun mit einem Wohnungsbau-Programm bis 2021 je 700 frei finanzierte Wohnungen, 700 Einfamilien- und Reihenhäuser sowie 700 geförderte Mietwohnungen für Bürger mit kleinem Einkommen realisieren. Flankierend dazu hat sie ein Förderprogramm aufgelegt, für das der Rat im vergangenen Frühjahr einstimmig votierte. Das trägt erste Früchte.

Rainer Müller, Fachbereichsleiter Finanzen, erläuterte im Finanzausschuss, dass durch den Neubau und Ausbau der Anteil von preisgünstigem Mietraum erhöht werden solle. Das städtische Förderprogramm sei eine Ergänzung zum Darlehensprogramm der NBank. Wer es in Anspruch nehmen will, muss jedoch bestimmte Bedingungen einhalten: So muss die Anfangsmiete mindestens 50 Cent pro Quadratmeter pro Monat unterhalb der höchstmöglichen Miete liegen, die das Land für den sozialen Wohnungsbau vorsieht. Das sind 5,10 Euro beziehungsweise 6,50 Euro. Die erste Mieterhöhung darf zudem erst nach vier Jahren erfolgen und nicht 15 Prozent überschreiten. Gefördert werden bis zu 60 Prozent der Wohneinheiten eines Objektes, pro Einheit fließen je nach Wohnungsgröße 8000 Euro beziehungsweise 10000 Euro.

Betreutes Wohnen im Hanseviertel

Inzwischen wurden drei Verträge mit unterschiedlichen Antragstellern geschlossen. Dazu gehört die Lüneburger Wohnungsbau-Gesellschaft (Lüwo), an der die Stadt 92 Prozent Anteile hält. Diese baut, wie berichtet, im Speicherviertel an der Elisabeth-Maske-Straße ein Mehrfamilienhaus mit 36 Wohnungen, die im Erdgeschoss barrierefrei sind. Wer darin wohnen möchte, braucht einen Wohnberechtigungsschein. Das Fördervolumen belaufe sich hier auf 200.000 Euro, sagte Müller.

Mit einem Baukostenzuschuss in gleicher Höhe wird ein Projekt für betreutes Wohnen im Hanseviertel an der Lübecker Straße gefördert. Im Frühjahr will die HKI Hanseatisches Kontor für Immobilienentwicklung GmbH dort mit dem Bau von 36 Wohnungen beginnen, davon sind sechs bis acht für jüngere Menschen mit Behinderung vorgesehen. Auch am Bockelsberg-West an der Nelly-Sachs-Straße entsteht ein Komplex mit 21 Wohnungen, die Fördersumme beläuft sich hier auf 118.000 Euro.

Ausgezahlt wird erst, wenn die Gebäude fertiggestellt sind. Die Stadtkasse ist dafür gerüstet. Laut Müller waren 300.000 Euro bereits im Etat 2016 eingestellt, "welche als Haushaltsrest nach 2017 übertragen worden sind". Der Ansatz für die Folgejahre beträgt 400.000 Euro, sofern der Haushalt beschlossen und genehmigt wird.

Verlängerung der Mietpreisbindung

Zwei weitere Anträge sind darüber hinaus in der Bearbeitung: Am Bockelsberg ist die Verlängerung der Mietpreisbindung für einen Komplex mit 108 Wohneinheiten geplant, im Stadtteil Hagen Am Schützenplatz könnte ein Objekt mit 18 Wohnungen entstehen. Insgesamt könnte hier eine Fördersumme von 286.000 Euro fällig werden. Da­rüber hinaus gebe es noch weitere Interessenten, die Anfragen seien aber noch nicht konkret genug für eine Auswertung, verdeutlichte Müller.

Müller beantwortete damit eine Anfrage des grünen Ratsherrn Wolf von Nordheim. Der wollte auch wissen, welche Vorkehrungen es gegen Mitnahmeeffekte gibt? Die Vertragspartner verpflichteten sich gegenüber der Hansestadt vertraglich auf Einhaltung der Förderbestimmungen, erläuterte Müller. "Dies bezieht sich einerseits auf die Höhe der Miete, welche für die ersten vier Jahre auf 6,50 Euro Nettokaltmiete begrenzt ist (Mietpreisbindung). Dies ist vertraglich gesichert." Zur Sicherung etwaiger Rückforderungsansprüche würde im Grundbuch der geförderten Neubauwohnungen eine Sicherungshypothek eingetragen.