Donnerstag , 1. Oktober 2020
Zwei E-Zapfsäulen für Elektroautos pro Samt-/Einheitsgemeinde das wünschen sich Union und Grüne für den Landkreis. Das Ob und Wie muss aber noch geklärt werden, sagen beide Fraktionschefs unisono. Foto: dth

Initiative für mehr E-Tankstellen im Kreis

Lüneburg. Das Elektroauto ohne Strom, keine E-Tankstelle weit und breit: Ginge es nach den Grünen und der CDU im Kreistag, könnte dieser Albtraum für E-Autofahrer im Landkreis Lüneburg schon bald Geschichte sein. „Bis zu zwei Ladepunkte (…) pro Samtgemeinde/Einheitsgemeinde“ fordern die beiden Fraktionen, im Idealfall etwa 20 für den gesamten Landkreis. Für die jeweils erste „Zapfsäule“ im Ort soll der Landkreis 50 Prozent der Kosten übernehmen, für die zweite 25 Prozent. Über den Beschlussvorschlag wird heute im Ausschuss für Erneuerbare Energien und Raumordnung des Kreises beraten.

Ausschuss berät Antrag mit Symbolcharakter

„Wir wünschen uns, dass die E-Mobilität hier gefördert wird“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, Petra Kruse-Runge. Derzeit gebe es zu wenige Ladestellen, 467 in ganz Niedersachsen. Auch in weiten Teilen des Landkreises Lüneburg seien kaum E-Tankstellen zu finden, heißt es. Dies zu ändern, haben sich die beiden Fraktionen jetzt auf die Fahnen geschrieben. Dass der Antrag recht ehrgeizig ist, dessen sind sich die beiden Fraktionsvorsitzenden durchaus bewusst. „Das Ob und Wie muss noch mit den Samtgemeinden und Einheitsgemeinden besprochen werden, es bedarf weiterer Detailarbeit“, erklärt CDU-Fraktionschef Alexander Blume. Es sei noch nicht absehbar, ob das Projekt schon in diesem Haushalt berücksichtigt werden werde und ob wirklich so viele E-Tankstellen wie gefordert aufgestellt werden können. „Ich bin da immer vorsichtig“, sagt Blume, „ein Zweckpessimist.“

Seiner Mitstreiterin Kruse-Runge geht es beim Antrag auch um den Symbolcharakter: „Mit dem Antrag kann eine Zielvereinbarung gesetzt werden.“ Der Wunsch der Grünen sei es, in Niedersachsen eine Vorreiterrolle bei der E-Mobilität einzunehmen. Dazu gehörten auch mehr Elektro-Busse. Doch auch sie weiß der Weg zur gewünschten Anzahl an Ladestationen ist lang.
Zwischen 3000 und 30000 Euro könne eine E-Zapfsäule kosten, weiß Kreissprecher Hannes Wönig. „Der Preis hängt von den Faktoren Standort und verbaute Technik ab“, erläutert er: Liege die Station an einer Starkstromleitung, seien die Kosten günstiger, als wenn eine Leitung noch gebaut werden müsse. Auch sind manche E-Tankstellen beispielsweise mit einem Touchscreen ausgestattet, was ebenfalls die Kosten nach oben treibt.

3000 bis 30000 Euro kostet eine E-Zapfsäule

Ein weiterer großer Fan des Beschlussvorschlags ist Rolf Rehfeldt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag. Er selbst ist Fahrer eines Elektroautos, „mit Ökostrom“, fügt er hinzu. Ob der Landkreis Lüneburg durch den verkauften Strom am Ende Geld verdienen würde, vermag er nicht einzuschätzen. Für ihn ist das jedoch nur zweitrangig, er wünscht sich emissionsarme Autos und ruhigere Straßen: „Der Gewinn an Lebensqualität wäre sehr groß.“

Von Robin Williamson

Ladestationen

Stadt Lüneburg

  • Parkhaus am Bahnhof;
  • Theater-Parkplatz, An den Reeperbahnen;
  • Autohaus Stein GmbH, Hamburger Straße 11-19; Parkhaus Stadtmitte;
  • Marienplatz;
  • Systemhaus Janott, Georg-Leppien-Straße;
  • Uninversität Lüneburg, Parkplatz vor Gebäude 14;
  • Edeka Bergmann, Sülztorstraße;
  • BBS II, Georg-Sonin-Schule, Am Schwalbenberg

Landkreis

  • Adendorf, Castanea Resort, Parkplatz Hotel;
  • Amelinghausen, Autohaus Plaschka;
  • Bleckede, Schloßstr. 10;
  • Bleckede, Fritz-von-dem-Berge-Straße 40;
  • Bleckede, Lüneburger Straße 2a;
  • Dahlenburg, Lüneburger Straße 21;
  • Embsen, ADAC-Straße 1;
  • Reppenstedt, Böhmsholzer Weg 4;
  • Ventschau, Harald Drews, Handweiser Berg 6;
  • Volkstorf: Firmengelände Manzke, Gewerbegebiet 1.