Donnerstag , 22. Oktober 2020
Heftig umstritten war der im Juni 2013 vom Samtgemeinderat Scharnebeck beschlossene Schulbezirk zur Sicherung des Grundschulstandortes Echem (Archivbild). Nun ist das Ziel erreicht, könnte die Satzung wieder geändert werden. Doch das ist nicht so einfach. Foto: t&w

Scharnebecker Ausschuss will beide Schulen erhalten

Scharnebeck. Die Echemer Grundschule soll entlastet werden, die Grundschule in Hohnstorf gleichzeitig erhalten bleiben. Um das zu ermöglichen, sondierte der Schulausschuss der Samtgemeinde Scharnebeck bei seiner Sitzung am Montag in der „Domäne“ die Möglichkeiten: Entweder die gültige Schulbezirkssatzung wird auf den Stand vom Sommer 2013 zurückgesetzt, oder es findet sich ein neues Modell.

Hintergrund: Um in Echem die schülerschwache Außenstelle der Grundschule Hohnstorf zu halten, wurde 2013 die Schulbezirkssatzung geändert. Seitdem waren die Eltern der Gemeinden Hittbergen und Lüdersburg gezwungen, ihre Kinder in Echem einzuschulen. Doch jetzt ist absehbar, dass es in der dadurch geförderten Außenstelle bald zu eng werden könnte. Eine Rückkehr zur alten Schulbezirkssatzung schien die Lösung, doch das erweist sich jetzt als schwieriger als gedacht: Denn gebe es für Hohnstorf und Echem nur einen Schulbezirk, würden die Behörden beide Standorte wie eine Schule behandeln und bei weniger als 26 Schülern insgesamt sogar nur wie eine einzügige (LZ berichtete).

„Wir wollen versuchen, mindestens eine Einzügigkeit an beiden Standorten erhalten zu können“, erklärte Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn dem Schulausschuss. Die Zahl der Schulanfänger sei in den kommenden Jahren nach Angaben der Schulen und des Einwohnermeldeamtes stabil bis steigend, sagte Gerstenkorn. „Jedoch können sich die Prognosen noch ändern“, gab der Rathauschef zu bedenken dass einige Kinder Privatschulen besuchen und damit aus der Statistik fallen, werde beispielsweise nicht berücksichtigt.

Nach den aktuellen Zahlen (Stand: 16. Januar) würden in diesem Jahr an beiden Schulstandorten 41 Kinder eingeschult werden. Gerne würde die Samtgemeinde hier eine Dreizügigkeit sehen, mit zwei Klassen à 14 Schülern in Hohnstorf und einer 13 Schüler starken Klasse in Echem. Da Hohnstorf und die Außenstelle Echem jedoch als eine Schule gesehen werden, sind laut Landesschulbehörde drei Klassen erst ab 53 eingeschulten Abc-Schützen vorgesehen. „Wir werden noch einige Gespräche mit der Landesschulbehörde führen müssen“, prognostizierte der Verwaltungschef. Könnten beide Standorte erhalten bleiben, ließe sich auch die Auswahl der Grundschulen offener gestalten, sagte Gerstenkorn auf LZ-Nachfrage.

Auch über die Einführung jahrgangskombinierter Klassen (Kombiklassen) wurde gesprochen. Dies habe in früheren Jahren bereits recht erfolgreich funktioniert, erklärte Gerstenkorn. Allerdings hätten damals mehr Lehrkräfte zur Verfügung gestanden.

Eine Entscheidung könnte im April gefällt werden, bei der übernächsten Sitzung des Samtgemeinderates. Bis dahin sollen die Gespräche zwischen Landesschulbehörde und Samtgemeinde abgeschlossen sein.

Von Robin Williamson