Sonntag , 1. November 2020
Das Parkhaus im Bereich Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße/Graf-von-Moltke-Straße soll abgerissen werden und ein Neubau für ein Familienzentrum entstehen. Hier soll auch die Awo-Kita einziehen. Foto: t&w

So möchte die Stadt Kaltenmoor umgestalten

Lüneburg. Das Gebäude der Awo-Kita in Kaltenmoor, das vor mehr als 40 Jahren entstanden ist, bietet längst nicht mehr genug Platz und ist sanierungsbedürftig. Nach vielen Überlegungen hat sich die Stadt für einen Neubau entschieden, der anstelle der Parkpalette an der Graf-von-Moltke-Straße entstehen soll. Dazu muss der Bebauungsplan in diesem Teilbereich aufgestellt werden. Im Bauausschuss geht es außerdem um weitere Projekte im Stadtteil Kaltenmoor. Das Gremium tagt am Montag, 23. Januar, von 15 Uhr an im Traubensaal des Rathauses.

Familienzentrum soll Platz in einem Neubau finden

Das Parkhaus an der Graf-von-Moltke-Straße gehört der Buwog, einem österreichischen Wohnungsunternehmen, das auch Häuser in Kaltenmoor besitzt. Es steht auf einem Grundstück, das die Stadt im Erbbaurecht vergeben hat. „Wir planen, es zu übernehmen, um es dann abzureißen“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Mädge. In Vorbeitung sei inzwischen die europaweite Ausschreibung für den Neubau des Gebäudes, das künftig als Familienzentrum genutzt werden soll. „Neben vier Kita- und vier Krippengruppen sollen dort auch ein Café sowie ein Besprechungsraum für Elterngespräche Platz finden“, sagt der Verwaltungschef.

Die Fahrradabstellanlage auf dem IGS-Gelände könnte versetzt werden, sodass hier Platz für den Neubau einer Kinderarztpraxis wäre.

Damit entsteht nach dem Familienzentrum Plus Am Weißen Turm eine weitere Einrichtung, die Anlaufstelle für ratsuchende Eltern und Großeltern ist sowie Ort zur Begegnung und Kommunikation sein soll. Sozialdezernentin Pia Steinrücke hatte jüngst erklärt, dass jeder Neubau einer Kita diese Zielrichtung habe.
Noch in diesem Jahr soll mit dem Neubau begonnen werden, die Fertigstellung ist für Ende 2018 geplant. Die Kosten: rund drei Millionen Euro. Da Kaltenmoor Sanierungsgebiet ist, übernehmen voraussichtlich Bund, Land und Kommune je ein Drittel der Kosten.

Wohnungen im aktuellen Kita-Gebäude

Das Gebäude der alten Awo-Kita hatte die Stadt zunächst abreißen wollen. Doch diese Pläne sind inzwischen vom Tisch. Zu den Gründen erläutert Mädge: „Der allgemeine Sozialdienst für Familien- und Jugendbetreuung ist derzeit noch in der Stadtmitte in der Reitenden-Diener-Straße angesiedelt. Dieser soll nun vor Ort untergebracht werden. Dazu wollen wir das Awo-Kita-Haus sanieren.“ Einziehen wird dort mit seinem Büro auch Quartiersmanager Uwe Nehring, der zurzeit noch im Bürgertreff am St. Stephanusplatz seinen Arbeitsplatz hat. Außerdem soll ein Versammlungsraum in dem Gebäude entstehen. „Bei diesem Projekt sind wir noch ganz am Anfang der Planungen. Möglich ist, dass auch zusätzlich Wohnraum geschaffen werden kann.“ Mit der Sanierung soll es 2019 losgehen, nachdem das Familienzentrum an den Start gegangen ist. Geplante Kosten hier: 800000 Euro, ebenfalls voraussichtlich bei einem Eigenanteil der Stadt von einem Drittel.

Und noch ein weiteres Projekt wird die Mitglieder des Bauausschusses beschäftigen. Die Praxis des Kinderarztes, die ihre Räume über der Apotheke im Einkaufszentrum hat, muss erweitert werden. Doch das ist an ihrem Standort nicht möglich. Seit zwei Jahren hat die Stadt überlegt, „wo wir sie unterbringen können“. Anbieten würde sich eine Fläche im Eckbereich Kurt-Huber-Straße/Graf-Schenk-von-Stauffenberg-Straße auf dem Gelände der Inte­grierten Gesamtschule. Dazu müsste laut Mädge die dortige Fahrradabstellanlage verschoben werden. Auf einem 500 Quadratmeter großen Grundstück könnte dann der Neubau für die Kinderarztpraxis entstehen. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, muss auch hier der Bebauungsplan aufgestellt werden.

Von Antje Schäfer