Montag , 21. September 2020
Niels Webersinn gibt sein Mandat im Lüneburger Stadtrat erst nach der Sitzung ab. (Foto: A/t&w)

Hannover statt Berlin: CDU-Chef möchte in den Landtag

Lüneburg. Er hat sich den Schritt mehrere Monate überlegt. Den Ausschlag, für die Landtagswahl im Januar 2018 zu kandidieren, gaben für Niels Webersinn (CDU) zwei Dinge: „Wir brauchen in Hannover wieder jemanden, der wie Dr. Bernd Althusmann oder der SPD-Politiker Uwe Inselmann einst dort Politik für Lüneburg gemacht hat.“ Mit Althusmann, der die CDU in Niedersachsen als Spitzenkandidat zur Landtagswahl führt, habe er zudem seine Kandidatur im Einklang abgesprochen, sagt Webersinn. Damit gibt es nun neben Alexander Schwake einen zweiten Bewerber für den Wahlkreis Lüneburg, der bei der Kandidatenkür der CDU Ende März auf die meisten Stimmen setzt.

Niels Webersinn im LZ-Gespräch

Noch vor wenigen Monaten wurde spekuliert, dass der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat und Sprecher der Jamaika-Gruppe, für die Bundestagswahl im September kandidieren würde. Überlegt habe er das, sagt Webersinn. Aber: „Mir ist klar geworden, dass ich das Projekt Jamaika nur begleiten kann, wenn ich hier vor Ort aktiv mitwirke. Das könnte ich als Bundestagskandidat nicht, weil man in Berlin zu stark eingebunden ist.“ Bei allen Themen, in die er sich eingearbeitet habe, wolle er weiter zum Wohle der Stadt wirken. Gleichzeitig sich aber in Hannover engagieren, wo die entscheidenden Pflöcke für eine Kommune eingeschlagen werden. Für Webersinn sind das aktuell Sicherheit, Bildung und der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV).

Einigkeit mit Dr. Althusmann herrscht für ihn beim „Kernthema“ öffentliche Sicherheit in Niedersachsen. „Dies betrifft eine Verstärkung der Polizei vor Ort sowie die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden auf Landesebene.“ Verfassungsschutz und Polizei müssten wesentlich besser koordiniert werden, damit Hinweise im Bereich des islamistischen Terrors nicht versanden. Es bedeute aber auch, dass das Sicherheits- und Ordnungsgesetz dahingehend ausgebaut werde, damit auch die Kommunen befähigt werden, an der Sicherheit mitzuwirken.
Steuereinnahmen für bessere Busverbindungen nutzen

Im Bereich Bildung spricht sich Webersinn dafür aus, dass künftig auch das erste und zweite Kita-Jahr kostenlos wird. Freie Schulwahl sowie die freie Wahl zwischen Ganztagsschule sowie normalem Schultagsbetrieb sind für ihn weitere Themen. Von den sprudelnden Steuereinnahmen auf Landesebene soll die Kommune profitieren, damit sie den ÖPNV vor Ort zum Beispiel mit Elektro-Bussen und besserer Taktung zukunftsfähig aufstellen kann.

Von Antje Schäfer