Freitag , 25. September 2020
Die Sturmflut der Nordsee hatte Auswirkungen in Geesthacht: Am Stauwehr, wo das Wasser normalerweise gut drei Meter in die Tiefe fällt, floss das Wasser bergauf. Foto: dth

Axel sorgt für Hochwasser

Geesthacht/Lauenburg. Orkantief „Axel“ hat das Wasser der Nordsee so stark in die Elbe geblasen, dass die Pegel bis über Lauenburg hinaus deutlich anstiegen. In Geestacht lief das Wasser gestern gegen 10 Uhr quasi rückwärts das Stauwehr hinauf ein extrem seltenes Phänomen. „Unserem Bauwerk macht das aber nichts aus, es ist ja für Sturmfluten ausgelegt“, versicherte Bettina Kalytta, Leiterin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Lauenburg.

Auch im Unteren Schleusenkanal schwappte das Wasser an den neuen Deich, im Hafen wurde nur knapp nicht die Fläche vor den Sitzterrassen überschwemmt. Normal liegt der Pegelwert am Geesthachter Freizeitbad bei 4,10 Metern, gestern Morgen waren es in der Spitze mehr als 4,70 Meter. Der Pegel in Hohnstorf stieg von den üblichen 4,50 Metern auf gut 5,10 Meter. „Das waren aber nur kurzzeitige Höchstwerte bis zur nächsten Ebbe, die für einen besseren Wasserabfluss sorgte“, sagte Bettina Kalytta.

In Geesthacht befindet sich die einzige Staustufe der Elbe auf deutschem Gebiet. Das Stauwehr wurde 1957 bis 1960 errichtet. Es verfügt über vier 50 Meter lange Wehröffnungen, in denen sogenannte hydraulische Sektoren hoch oder runtergefahren werden, um den Wasserdurchfluss zu regulieren. Grafik: WSA Lauenburg /nh
In Geesthacht befindet sich die einzige Staustufe der Elbe auf deutschem Gebiet. Das Stauwehr wurde 1957 bis 1960 errichtet. Es verfügt über vier 50 Meter lange Wehröffnungen, in denen sogenannte hydraulische Sektoren hoch oder runtergefahren werden, um den Wasserdurchfluss zu regulieren. Grafik: WSA Lauenburg /nh

 

Trotzdem sind die bis nach Lauenburg reichenden Auswirkungen interessant, denn bei der Planung des Hochwasserschutzes für die Altstadt hatte das Land bisher stets argumentiert, es gäbe keinen Sturmfluteinfluss bis Lauenburg. Hätte es gestern parallel auch ein Hochwasser aus der Oberelbe gegeben, wären die Folgen deutlich dramatischer als sonst schon gewesen. tja

Das Stauwehr

Geesthacht Es verfügt über vier 50 Meter lange Wehröffnungen, in denen Stahlsektoren hoch oder runtergefahren werden, um den Wasserdurchfluss zu regulieren und die Mindest-Stauhöhe von vier Metern zu halten. Das Fahren der Sektoren geschieht hydraulisch durch Veränderung des Wasserdrucks.

Bei größeren Sturmfluten sind die Wasserstandsveränderungen, wie 1976, sogar bis Neu Darchau spürbar. Der Höhenunterschied am Stauwehr liegt zwischen 1,30 Meter bei Flut und 3,50 Meter bei Ebbe. Damit Schiffe unbeschadet die Elbe passieren können, wurde von 1957 bis 1960 parallel zum Stauwehr der Schleusenkanal errichtet. lz