Freitag , 18. September 2020
Foto t & w Immobilienverkauf LŸneburg

Fallstricke beim Kauf von Immobilien

Lüneburg. Wer ein attraktives Immobilienangebot erhält, steht meist unter erheblichem Zeitdruck, andere Kaufinteressenten stehen bereits Schlange. Doch wer den Kaufvertrag voreilig unterschreibt, könnte seine Entscheidung später bereuen, mahnt die Notarkammer Celle, der die Notare in Stadt und Landkreis Lüneburg angehören. „Der Betroffene sollte sich Zeit nehmen und den Kauf sorgfältig rechtlich prüfen. Dazu gehört, vorab die Teilungserklärung und Miteigentümerordnung einzusehen.“

Wohnungseigentümergemeinschaft bindet an Regeln

Wer Eigentümer einer Wohnung wird, wird gleichzeitig Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft und ist automatisch an die Regelungen gebunden, die sich die Eigentümergemeinschaft gegeben hat. Häufig gilt das auch für Käufer eines Reihenhauses. Vor Vertragsunterzeichnung sollte sich der Kaufinteressent unbedingt über die Verhältnisse der Wohnungseigentümergemeinschaft informieren. Welche Räume und Gebäudeteile zu welcher Wohnung gehören, wo Sondereigentum aufhört und Gemeinschaftseigentum anfängt, ist in der Teilungserklärung fixiert. Die Gemeinschaftsordnung ist ein Teil davon und regelt weitere Rechte und Pflichten der Eigentümer untereinander sowie das Verhältnis zur Verwaltung.

Aus der Teilungserklärung ergibt sich unter anderem, welche Räume und Flächen gemeinschaftlich genutzt werden dürfen und inwieweit einzelnen Eigentümern Sondernutzungsrechte zustehen. Auch die Art der Nutzung, ob als Trockenboden, Fahrradstellplatz oder als Rasenfläche, sowie Nutzungsverbote, etwa als Ferienwohnung, kann darin geregelt sein. Ob Tierhaltung verboten ist, wie es mit Markisen oder SAT-Anlagen am Gebäude aussieht, steht dort ebenfalls.

Bauliche Veränderungen nur mit Zustimmung

Plant der Käufer bauliche Veränderungen oder Nutzungsänderungen, ist dies häufig nur mit Zustimmung aller Miteigentümer möglich. Das setzt meist Einstimmigkeit voraus.
Ein Blick in Protokolle früherer Wohnungseigentümerversammlungen sowie auf Hausgeldabrechnungen und Wirtschaftspläne gibt einen ersten Eindruck, wie es um die Harmonie innerhalb der Gemeinschaft bestellt ist und ob es möglicherweise Streitigkeiten mit Handwerkern oder Nachbarn gibt.

Käufer sollten wissen, dass bei der Beurkundung des Kaufvertrages die Teilungserklärung meist nicht vorliegt. Der Notar erteilt nur allgemeine Hinweise zu den Besonderheiten des Wohnungseigentumsrechts. Möchte der Betroffene konkrete Fragen zur Teilungserklärung stellen, sollte er unbedingt rechtzeitig vor der Beurkundung den Notar ausdrücklich darauf ansprechen, rät die Kammer. rast