Samstag , 26. September 2020
So sieht es zurzeit regelmäßig am Wendeplatz Rosenkamp in Oedeme aus. Busfahrer nutzen die Büsche, um eine Toilettenpause einzulegen, lassen hier und da aus Frust auch mal anderen Müll liegen. Sie fordern feste Toiletten an den Endhaltestellen. Foto: nh

Toilettenproblem: Busfahrern bleibt oft nur der Busch

Lüneburg. Während der Arbeit kurz auf die Toilette? Für Busfahrer ist das nicht so einfach möglich. Schon im April hatten Mitarbeiter der KVG den Wunsch nach „Toilettenhäusern und Waschbecken“ geäußert, in der Diskussion standen die Endhaltestellen Bülows Kamp, William-Watt-Straße in Jüttkenmoor und Rosenkamp in Oedeme (LZ berichtete). Jetzt hat die KVG den entsprechenden Antrag bei der Stadt gestellt, die Genehmigung steht noch aus. Für den Übergang wurde nun die Erlaubnis für ein Provisorium erteilt.

Die Busfahrer, die während ihrer Tour nicht die Möglichkeit haben, am Bahnhof oder auf dem KVG-Betriebshof auf Toilette zu gehen, verschwinden auch mal im Gestrüpp. Dirk Struve arbeitet seit acht Jahren bei der KVG, er hat das Glück, direkt an dem Wendeplatz am Rosenkamp zu wohnen. „Meine Kollegen können nicht mal kurz nach Hause gehen, ihnen bleibt nur der Busch“, erzählt er. Regelmäßig sieht er andere Busfahrer ins ­Dickicht hüpfen, „für die Frauen ist das noch schwieriger“. Meist versuche man, vor einer Tour nochmal zu gehen, denn es sei schwer, zwischendurch irgendwo anzuhalten.

Anwohnerin Antje Rößner stößt auch der viele Müll rund um den Wendeplatz auf. Ausgestattet mit Handschuhen und Tüte, ist sie regelmäßig auf der Grünfläche unterwegs. Ortsbürgermeisterin Christel John hatte zwar dafür gesorgt, dass die Fläche im April gründlich sauber gemacht wurde, „jetzt sieht es dort aber wieder katastrophal aus“, moniert Rößner. Sie habe schon bei Stadt und KVG nachgefragt, dabei auch noch einmal die Dringlichkeit der Toilettenhäuser betont. „Man sagte mir, dass im Frühjahr etwas passieren könnte.“ Die Not der Busfahrer sei aber besonders jetzt in der kalten Jahreszeit groß.

Sarah Cramer von Clausbruch aus dem Pressereferat der Stadt hat gute Neuigkeiten. Zumindest die Zwischenlösung sei „zum Greifen nahe“, sagt sie auf LZ-Nachfrage. Denn die Stadt hat jetzt die Sondernutzungserlaubnis erteilt, die die KVG für die Übergangstoiletten beantragt hatte. Mit festen Einrichtungen könne man spätestens zum Sommerbeginn rechnen. „Die Planungen für alle drei Standorte laufen.“

Nils Hasselmann, stellvertretender Betriebsleiter der KVG, sagt, dass die zeitliche Verzögerung bauplanerischen Maßnahmen geschuldet sei. Eigentlich habe man bereits für das Frühjahr mit den festen Toilettenhäusern gerechnet. „Zurzeit ist das Legen der Anschlüsse aber noch ein Problem.“ Dass zunächst ein Dixi-Klo im Rosenkamp aufgestellt werden soll, befürwortet er. „Das würde viele Fahrer entlasten.“ Die fehlenden Toiletten seien in seinem Betrieb ein Dauerthema.

Von Anna Paarmann