Freitag , 30. Oktober 2020
Freuen sich über weitere Mitstreiter: (v.l.) Jens, Wilco, Julian, Mike Witschi von der Jugendarbeit, Finn Düffert, Naja, Andreas Böhr und Lukas. Foto: t&w

„Sound und Toleranz“: Bardowicker starten Musikprojekt

Bardowick. „Produziere deinen eigenen Song für mehr Vielfalt und Verständnis“, damit wirbt die Abteilung Jugend der Samtgemeinde Bardowick derzeit auf Flyern und Plakaten für ein neues Projekt zum Thema Toleranz. Das Besondere: Es wurde von Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst initiiert. Ziel ist es, im eigenen Heimstudio des Jugendzentrums einen CD-Sampler zu produzieren mit Liedern, die ein Zeichen gegen Ausgrenzung setzen. Dabei haben sich die Organisatoren auf kein Genre festgelegt: Rockbands, Rapcrews oder Elekroacts können genauso mitmachen wie Singer/Songwriter.

Die Abteilung Jugend erntet nun, was sie selbst gesät hat: In den vergangenen Jahren produzierte sie mit Kindern und Jugendlichen unter der Überschrift „Dreh Dein Ding“ zunächst einen Kinofilm und beim Nachfolgeprojekt ein Theaterstück. Leitthema war und ist, ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für Toleranz zu setzen. Stets dabei waren auch Finn Düffert (21) und Andreas Böhr (20) aus Bardowick, die nun in der bisherigen Tradition mit „Sound und Toleranz“ selbst ein Projekt auf die Beine stellen. Das Vorhaben wird mit 2500 Euro vom Förderprogramm „Generation3“ des niedersächsischen Sozialministeriums unterstützt.

Auch etablierte Bands können sich engagieren

Mike Witschi von der Jugendabteilung sagt: „Das Geld werden wir für die CD-Produktion brauchen.“ Das Projekt läuft noch bis Ende August 2017. Bis dahin soll der CD-Sampler veröffentlicht sein und eine Releaseparty stattfinden. Die Teilnahme für alle Solokünstler und Bands ist kostenlos. Jeder Beteiligte werde mit CDExemplaren belohnt. Das Projekt richtet sich vor allem an Jugendliche, aber auch Erwachsene aus etablierten Bands können sich laut Böhr und Düffert beteiligen, sofern sie Jugendliche maßgeblich beim Einspielen von lizenzfreien Songs einbinden.

Für die Aufnahmen steht im Jugendzentrum Bardowick der Proberaum und ein kleines Heimstudio bereit. Für die Projekt-Initiatoren Düffert und Böhr ist das schon fast ein zweites Zuhause, sie verbringen dort viel Zeit, um die Songs für ihr eigenes Bandprojekt „CyclonSyndrom“ aufzunehmen und abzumischen. Finn Düffert, der „Audio-Engineering“ in Hamburg studiert, wird mit dem angehenden Abiturienten Böhr alle Teilnehmer beim Einspielen vor Ort unterstützen.

Offenheit und Verständnis gegenüber anderen Kulturen

Die Lieder müssen alle GEMA-frei sein und die Rechte bei den Teilnehmern liegen. Die Songs sollen sich dem Thema Zivilcourage und Toleranz widmen. Düffert: „Wir wollen jungen Musikern eine Plattform bieten, kreativ zum Thema Stellung zu beziehen.“

Zu den ersten Teilnehmern gehören auch Naja (15) aus Lüneburg sowie Lukas (17) aus Bardowick. Naja, die singt und mehrere Instrumente beherrscht, liegt das Thema Toleranz am Herzen: „Viele meiner Freunde sind Geflohene.“ Offenheit und Verständnis gegenüber anderen Kulturen wolle sie auch mit selbstgeschriebenen Songs zum Ausdruck bringen.

Wer Interesse an dem Projekt hat, meldet sich via E-Mail unter m-witschi@samtgemeinde-bardowick.de oder unter %0160/5389090.

Von Dennis Thomas