Freitag , 30. Oktober 2020
An drei Wochenenden im Juli 2017 sind einzelne Abschnitte der Anschlussstelle Lüneburg-Nord gesperrt. Karte: Google Maps, Grafik: hm

A39 wird wieder zur Stau-Falle

Von Ulf Stüwe
Lüneburg. Nur noch wenige Monate, dann wird die Freude vieler Autofahrer an der freien Fahrt auf der A39 wieder getrübt. Die Autobahn wird dann zwischen den Anschlussstellen Lüneburg Nord einschließlich Ilmenaubrücke und Handorf grunderneuert. Mit besonderen Einschränkungen müssen Autofahrer im Juli rechnen. Dann wird es an drei Wochenenden umfangreiche Arbeiten an der Anschlussstelle Lüneburg-Nord geben. Details dazu gab die Landesstraßenbaubehörde jetzt im Verkehrsausschuss bekannt.

Vollsperrung der L216 zwischen Lüneburg und Bardowick

Zwei Bauphasen sind vorgesehen. Phase eins beginnt mit der Erneuerung der Richtungsfahrbahn Hamburg im Mai 2017 und dauert bis Ende November. Von März 2018 bis voraussichtlich Oktober 2018 ist Phase zwei mit der Richtungsfahrbahn Lüneburg dran, erläuterte Dirk Möller, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Der Verkehr wird dabei auf der jeweils anderen Richtungsfahrbahn zweispurig in Richtung Hamburg und einspurig in Richtung Lüneburg vorbeigeführt. Die Anschlussstelle Handorf wird über die gesamte Bauzeit immer wieder für einzelne Bauphasen teilgesperrt, „das Auffahren in Richtung Hamburg oder in Richtung Lüneburg wird aber dennoch immer möglich sein“.

Besonderes Augenmerk richteten Möller und seine Mitarbeiterin Gesa Schütte auf die Sanierung der Anschlussstelle Lüneburg-Nord, die an drei aufeinander folgenden Wochenenden im Juli und damit in den Sommerferien gesperrt werden soll. „Die Auswirkungen werden nicht unerheblich sein“, machte Möller deutlich.

Die erste und zugleich umfangreichste Teilsperrung ist für die Zeit vom 14. bis 18. Juli vorgesehen. Dann wird die Rampe Nord mit der Auf- und Abfahrt in Richtung Hamburg sowie die Fahrtrichtung Hamburg voll gesperrt, ebenfalls der Abschnitt der Landesstraße 216 ab Einmündung Wilhelm-Hänel-Weg über die Autobahnbrücke bis zur Abfahrt Hamburg. In dieser Zeit können auch Fahrradfahrer und Fußgänger den Bereich nicht passieren.

Lüneburger sollen sich selbst Schleichwege suchen

Am darauffolgenden Wochenende, 21. bis 23. Juli, werden an der Anschlussstelle Lüneburg-Nord die Auffahrtsrampe auf die B4 (Ostumgehung) sowie ab hier die Richtungsfahrbahn Lüneburg gesperrt. Autofahrer von Hamburg kommend können die Ausfahrt Lüneburg-Nord aber benutzen. Vom 28. bis 30. Juli wird die südliche Rampe mit der Auf- und Abfahrt auf der Richtungsfahrbahn Lüneburg gesperrt.

„Wir sind bestrebt, an den Wochenenden so zu arbeiten, dass wir die Strecke nach Hamburg schon früher freigeben können“, erläuterte Gesa Schütte. Gearbeitet werde in der Zeit von 6 bis 22 Uhr. Um Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, habe man die Termine mit dem Veranstaltungkalender der Stadt abgestimmt. Außerdem werde es keine Umleitungsausschilderungen in die Stadt hi­nein geben. Der Verkehr soll weiträumig über Winsen, Pattensen, Garstedt, Salzhausen, Putensen und die Kreisstraße 20 auf die B209 nach Lüneburg oder weiter in Richtung Uelzen umgelenkt werden.

Keine Umleitungsempfehlungen

Die Stadt selbst will innerorts keine Umleitungsempfehlungen geben. „Die Lüneburger kennen ihre Schleichwege“, sagte Verkehrsdezernent Markus Moßmann. Michèl Pauly (Linke) merkte an, dass sich in dieser Zeit vermutlich mehr Lüneburger als sonst über die Bernsteinbrücke „verfahren“ werden. Laut Moßmann soll die Brücke aber weiter nur für Busse offen sein. Heiko Meyer (parteilos, SPD-Fraktion) wunderte sich, dass trotz des noch guten Zustands bereits saniert werde: „Da habe ich auch als Steuerzahler Zweifel.“ Gesa Schütte erwiderte: „Die Autobahn ist mit 30 Jahren nicht mehr neu.“ Im Übrigen gebe es ein vorgeschriebenes Bewertungsverfahren. Dr. Gerhard Scharf (CDU) erinnerte an das Hinhalten der Bewohner von Lüne-Moorfeld in Sachen Lärmschutz. „Was sage ich denen, wenn hier jetzt die Millionen fließen?“ Möller: „Beides sollte man nicht miteinander verquicken.“ Für den lokalen Handel machte sich Ines Kruse stark. Es müsse dafür gesorgt werden, dass Lüneburg-Besucher nicht entnervt auf halbem Wege umkehren.

Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack und Bardowicks Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann zeigten sich trotz des zunehmenden Verkehrs, der durch die Umleitungen auch auf ihre Gemeinden zukommen wird, insgesamt zufrieden. „Für mich ist das akzeptabel, wir sind frühzeitig eingebunden worden, außerdem ist es ja ein relativ kurzer Zeitraum“, sagte Maack.

Auch Adendorf und Bardowick vom Stau betroffen

Besondere Belastungen erwartet Heiner Luhmann indes für Bardowick: „Wir werden den Ausweichverkehr deutlich zu spüren bekommen.“ Hinzu komme, dass parallel die Arbeiten an der Kreisstraße zwischen Bardowick und Wittorf laufen werden. Nicht nachvollziehen könne er das „vehemente Sperren“ der Lüneburger gegen die Öffnung der Bernsteinbrücke. „Für die paar Tage hätte man es durchaus mal machen können.“

Gewerbetreibenden im Bereich der Hamburger Straße/Goseburg und in Bardowick bietet die Straßenbaubehörde ausführliche Informationen an am Mittwoch, 8. Februar, ab 10 Uhr in der Ritterakademie. Anmeldungen bis 1. Februar: Tel. (04131) 151200.

Weitere Baumaßnahmen 2017

Neben den Arbeiten auf der A39 sind laut Landesstraßenbaubehörde folgende weitere Baumaßnahmen im Landkreis geplant:
B4 Häcklinger Kreuz: Deckensanierung, ab März, Dauer 6 bis 8 Wochen
B216 Ortsumgehung Dahlenburg: Ausbau auf 2+1-Führung, ab Frühjahr, Dauer etwa fünf Monate
L234 Ortsdurchfahrt Amelinghausen: Deckensanierung, ab Herbst
(voraussichtlich) L221 Ortsdurchfahrt Bleckede: Deckensanierung, ab Herbst