Freitag , 30. Oktober 2020
Diese Visualisierung zeigt, wie der Innenraum der geplanten Halle aussehen könnte, wenn die Volleyballer der SVG Lüneburg bei einem Heimspiel aufschlagen. Grafik: brocklage/buddelmeyer/nh

Entscheidung zur Lüneburger Arena erst im Frühjahr 2017

Von Dennis Thomas
Lüneburg. Einstimmig bei einer Enthaltung erteilte der Lüneburger Kreistag jetzt einen sogenannten Prüfantrag, um die Planungen zur Arena Lüneburger Land weiter voranzutreiben. Eine endgültige Entscheidung, ob der Landkreis Lüneburg die von vielen herbeigesehnte „multifunktionale Sport- und Veranstaltungshalle“ in Eigenregie bauen wird, ist damit aber noch nicht gefallen. Dieser Beschluss kann frühestens bei der nächsten Kreistagssitzung im März der fallen. Immer wieder drohte Landrat Manfred Nahrstedt (SPD), die Öffentlichkeit von der Sitzung auszuschließen, sollten Kreistagsmitglieder über „Zahlen, Daten, Fakten“ sprechen wollen, die dem Datenschutz unterlägen. Dazu zählt auch die Summe, die der Landkreis für den Planungsaufwand an den bisherigen Projektpartner, die Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft mbH, zahlen will.

So sehr der gemeinsame Wunsch nach der neuen Veranstaltungshalle die Kreistagsmitglieder einte, an kritischen Stimmen fehlte es nicht. Er sei ebenfalls hundertprozentig dafür, dass der Volleyball-Erstligist SVG Lüneburg schnell eine vernünftige Halle erhalte, sagte Berni Wiemann (FDP). „Aber ich tue mich schwer, jetzt Ja zu sagen. Dann ist doch schon die erste Million weg?“ Nahrstedt unterbrach ihn: „Wenn Sie dazu Fragen haben, dann müssen wir das hier nichtöffentlich machen.“

15.000 Quadratmeter großes Standortgrundstück

Bei dem Punkt versuchte Günter Dubber (CDU) zu helfen: „Wir beschließen darüber, zu prüfen, ob wir uns die Halle leisten können.“ Da könne man in die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) gucken, was der Planungsaufwand dafür kostet. Die HOAI geht beispielsweise für die Leistungsphase 6 (Vorbereitung der Vergabe) — soweit soll Sallier die Planungen für den Landkreis noch in Auftrag geben — von zehn Prozent der anrechenbaren Kosten aus. Was das bei mehr als zehn Millionen Euro Gesamtkosten unter den Vorgaben bereits abgeschlossener Verträge bedeutet, blieb das Geheimnis des Landrats. Stattdessen setzte später Karlheinz Fahrenwald (Linke) nach: „Wir wollen kein zweites Leuphana-Audimax!“ Und: „Der Investor soll jetzt 833.000 Euro bekommen. Warum?“

Unklar blieb auch, warum Sallier die Planungen noch bis „Leistungsphase 6“ vorantreiben soll. Laut Nahrstedt werde der Kreis Sallier die Planungen dann abkaufen. Nahrstedt: „Dann werden die Kosten für die Halle vorgelegt, und der Kreistag entscheidet, ob wir bauen oder nicht.“ Doch normalerweise ist die Kostenschätzung als Entscheidungsgrundlage bereits Bestandteil der Entwurfsplanung (Leistungsphase 3). Und erst wenn die Entscheidung pro Arena-Bau fällt, will der Kreis auch die Kaufoption für das mehr als 15.000 Quadratmeter große Standortgrundstück an der Lüner Rennbahn 5 nutzen.

Finanzierungsmodell als öffentlich-private Partnerschaft

Jedenfalls ist, wie berichtet, das Finanzierungsmodell für die Arena als öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) mit Sallier als Bauherr nun offiziell beendet. Der Kreis als potenzieller neuer Bauherr will jetzt zeitnah per Ausschreibung nach einem Betreiber suchen. Auch dessen Anforderungen könnten noch Auswirkungen auf die baulichen Planungen haben. Der Grüne Egbert Bolmerg mahnte an, dass bei einem Nutzungskonzept der Sport nur einen Teil ausmachen könne: „Die SVG ist schnell aufgestiegen. Die können auch schnell wieder absteigen.“ Auch der Ruf nach einem Verkehrskonzept wurde laut.

Unkritisch zeigte sich eingangs Andrea Schröder-Ehlers (SPD): „Ich denke, das ist der richtige Weg. Wir brauchen einen zügigen Fortgang.“ Alexander Blume (CDU) unterstützte: „Die CDU-Fraktion steht weiterhin zur Arena Lüneburger Land.“ Gleichwohl könne erst entschieden werden, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen. Das sah auch Gisela Plaschka (FDP) so: „Aber es ist noch nicht alles ausgegoren: Weder steht die genaue Größe des Grundstücks fest, noch ist das Verhältnis zu den Nachbarn geklärt. Aber wir sollten das weiter anschieben.“ Franz-Josef Kampf (SPD) hatte das letzte Wort: „Wir sind doch alle dafür. Da sind nur noch Details, die geklärt werden müssen.“