Mittwoch , 21. Oktober 2020

Fundamente für Windräder

Von Dennis Thomas
Ehlbeck. Nach Wendhausen westlich der Stadt Lüneburg sind unter anderem auch die Gründungsarbeiten für den geplanten Windpark bei Ehlbeck in der Samtgemeinde Amelinghausen voll im Gange. Und die Bardowicker Projektträger scharren schon mit den Hufen, um ebenfalls mit den Bauarbeiten für ihren Windpark nordwestlich des Domfleckens loslegen zu können. Anfangs befanden sich 44 neue Windkraftanlagen beim Landkreis Lüneburg im Genehmigungsprozess. Nach dem jüngsten Stand hat der Kreis nun bereits für den Bau von 29 Windrädern mit einer Gesamtleistung von 78,8 Megawatt grünes Licht gegeben. Kreissprecherin Katrin Holzmann sagt: „Bis Ende des Monats werden voraussichtlich noch weitere Anlagen genehmigt.“

Die Projektträger bangen vielerorts um ihre Einspeisevergütung nach dem alten Satz, hoffen deshalb auf einen Genehmigungsbescheid bis Jahresende. Zufrieden zeigt sich mit dem Ergebnis bereits Jürgen Vogt, Geschäftsführer der Bürger-Windpark Ehlbeck GmbH&Co.KG, der eine Gesamtleistung von 19,25 Megawatt installieren will. Bei den sieben Anlagenstandorten in der Gemeinde Rehlingen verrichten bereits seit Wochen Tieflader, Bagger und Bohrer ihr Werk.

Pro Windrad werden rund 1500 Quadratmeter Fläche benötigt

Jan Burmester, als Bauleiter der Firma Post Rohrleitungsbau zuständig für die Koordinierung der Erdarbeiten, sagt: „Wir stellen die Zuwegungen und Kranstellplätze für die Errichtung der Windkraftanlagen her.“ Dafür werden pro Windrad zirka 1500 Quadratmeter Fläche hergerichtet. „Wir tragen zunächst den Mutterboden ab und bauen eine gewisse Schichtstärke aus Sand und eine Tragschicht aus Schotter ein.“ Bei der Baumaßnahme kämen nur Naturmaterialien zum Einsatz.

Sind die vorbereitenden Erdarbeiten abgeschlossen, kommen die Bohrgeräte des Tiefbauspezialisten Keller zum Einsatz, um die Pfahlgründungen für die späteren Fundamente der Windräder vorzunehmen. Bauleiter Karsten Rihn erläutert das Verfahren anhand eines sogenannten Schleusenrüttlers, ein gelbes Raupenfahrzeug, das eine Art Bohrturm trägt. Der Bohrer geht gerade bis zu 20 Meter tief in die Erde. Dabei fährt an dem Turm über der Erde ein Behälter, der regelmäßig von einem Radlader mit Kies befüllt wird, auf und ab und befüllt den Bohrer ähnlich einer Spritztülle von oben mit dem Material. Das Bohrloch wird unterirdisch von unten nach oben mit dem Kies aufgefüllt. Auf diese Weise entsteht im Erdreich eine sogenannte Stopfsäule, die die künftigen Lasten tragen soll. Rihn sagt: „Pro Pfahl verarbeiten wir acht bis neun Tonnen Kies.“ Und das je nach Windrad-Standort bis zu 120 Mal. Der massive Materialverbrauch erklärt auch den starken LKW-Verkehr an den verschiedenen neuen Windkraft­standorten im Landkreis.

Betonfundament wird auf Pfahlgründungen gesetzt

Auf den Pfahlgründungen wird später das Betonfundament gesetzt. Bauherr Jürgen Vogt vom Windpark Ehlbeck sagt: „Ich gehe davon aus, dass Mitte Januar diese Arbeiten so weit beendet sind, dass dann gleich mit dem Aufstellen der Windräder begonnen werden kann.“ Die Windkraftanlagen werden jeweils eine Höhe von rund 200 Metern erreichen.

So weit wie in Wendhausen oder Ehlbeck wären die Bardowicker auch gerne. Am Donnerstagabend erhielten die Bardowicker Projektträger aber schon den Entwurf des Genehmigungsbescheids vom Landkreis. Bardowicks Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann hofft, dass der endgültige Bescheid in den nächsten Tagen im Briefkasten landet. „Dann wollen wir mit den Bodenarbeiten zeitnah beginnen.“ Wie berichtet, ist nordwestlich des Domfleckens die Errichtung von acht rund 200 Meter hohen Windrädern geplant mit einer Gesamtleistung von 22 Megawatt.

Noch 15 Anlagen im Verfahren

Nach Auskunft des Landkreises Lüneburg sind Genehmigungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz für folgende Windparks erteilt worden: Sechs Anlagen in Wendhausen (insgesamt 16,5 Megawatt elektrische Leistung), sieben Windräder in Wetzen (16,5 Megawatt), vier Anlagen in Tellmer (12,8), fünf für den Bereich Häcklingen/Melbeck sowie sieben in Ehlbeck (19,25). 15 weitere Anlagen befinden sich noch im Verfahren.