Samstag , 31. Oktober 2020
Frisch gewischt: Künftig sollen Betriebsräte regelmäßig kontrollieren, ob die zu säubernde Fläche in der geforderten Zeit auch tatsächlich gereinigt werden kann. Foto: nh

„Turbo-Putzen“ soll ein Ende haben

Lüneburg. Für die rund 1950 Gebäudereinigerinnen und Fensterputzer im Landkreis Lüneburg soll das Reinigen immer größerer Flächen in immer kürzerer Zeit bald ein Ende haben. Nach einer neuen Vereinbarung zwischen der Gewerkschaft IG BAU und den Arbeitgebern werden der Arbeits- und Gesundheitsschutz verbessert.

Physische und psychische Belastungen senken

In ganz Niedersachsen profitieren nach Gewerkschaftsangaben rund 75.000 Reinigungskräfte von verbesserten Standards. „Seit Jahren klagen die Mitarbeiter in der Gebäudereinigung über eine steigende Arbeitsbelastung. Für sie bringt die Vereinbarung echte Verbesserungen“, betont Matthias Maurer, Bezirkschef der IG BAU. So sollen physische und psychische Belastungen gesenkt werden zum Beispiel durch leichtere Handgeräte oder längenverstellbare Wischmopps. Besonders wichtig sei die klare Abgrenzung des „Reinigungsreviers“. Hier soll der Chef künftig Grafiken vorlegen, wieviel in welcher Zeit zu reinigen ist. „Ohne eine echte Kontrolle vor Ort wird es nicht laufen“, ist sich Maurer sicher und verweist in dem Punkt auf die Betriebsräte.

Darüber hinaus wurden Weiterbildungsmaßnahmen vereinbart. Im Fokus stehen die Vorarbeiterinnen. „Sie sind die Führungskräfte im Objekt, sie sollen die Reinigungskräfte einweisen und unterstützen. Dazu werden sie nun besser qualifiziert von der Mitarbeiterführung über Gesundheitsgefahren bis hin zum Umgang mit den Kunden“, erklärt Maurer.
Im Arbeits-und Gesundheitsschutz sei ein zwölfmonatiger Test-Zeitraum vereinbart worden. Dann soll geprüft werden, ob die Maßnahmen reichen. lz