Freitag , 30. Oktober 2020
Was in anderen Städten schon längst gang und gäbe ist, soll ab 2018 auch in Lüneburg kommen: digitakle Infotafeln, die die verbleibende Zeit bis zum nächsten Bus anzeigen. Foto: A/t&w

Lüneburg soll digitale Info-Tafeln erhalten

Lüneburg. Ein kurzer Blick auf die Anzeigetafel, schon ist klar, ob noch ein kurzer Einkauf drin ist oder der Bus doch schon in einer Minute kommt. Was in Lüneburg noch wie Zukunftsmusik klingt, könnte Mitte 2018 Wirklichkeit werden. Ermöglicht durch ein dynamisches Fahrgast­informationssystem (DIF), das an ausgewählten Innenstadt-Haltestellen errichtet werden soll. Mit einer Vereinbarung zwischen Stadt, Kreis und der KVG Stade GmbH soll das Projekt auf den Weg gebracht werden.

Noch 5 Minuten bis der Bus kommt

In „Echtzeit“ sollen aktuelle Fahrplaninformationen neben der Ankündigung der Eintreffdauer des nächsten Busses auch Verspätungen, Verlegungen von Haltestellen oder Fahrplanänderungen auf Bildschirmen angezeigt werden, 32 oder 47 Zoll groß, je nachdem, wieviel Informationen angeboten werden sollen. Elf Haltestellen sind für das Projekt bislang vorgesehen, neben dem Platz Am Sande und dem ZOB am Bahnhof unter anderem auch die Haltestellen vor dem Bürgeramt und am Markt.

Eingebunden werden soll das Projekt in das Echtzeitförderprogramm des Landes Niedersachsen, das 75 Prozent der erforderlichen Mittel in Höhe von rund 330000 Euro übernehmen will, den Rest trägt der Landkreis. Gefördert aber werden lediglich Bushaltestellen mit über 150 Einsteigern täglich. Die Stadt hat sich daher neben dem ZOB für alle Bushaltestellen innerhalb des Stadtrings entschieden.

Sollten sich diese bewährt haben, könnten auch andere Schwerpunkthaltestellen wie am Thorner Platz oder St. Stephanusplatz nachgerüstet werden, wie es in der Vorlage zu dem Projekt heißt, das bei der Sitzung des nächsten Verkehrsausschusses am 20. Dezember vorgestellt wird. Bereits jetzt wurde die Haltestelle am Reichenbachplatz wegen seiner Bedeutung für die Verlegung von Innenstadt-Haltestellen bei Veranstaltungen aufgenommen.

Nachrüstung von Bordcomputern notwendig

Vor Mitte 2018 ist aber vermutlich nicht mit der Inbetriebnahme des neuen Fahrgastinformationssystems zu rechnen. Laut KVG müssen dazu zunächst die Bordcomputer in den Bussen nachgerüstet werden, erst dann sei es möglich, die aktuellen Ankunftszeiten der Busse an den Haltestellen anzugeben. „Viel wichtiger aber sind aus unserer Sicht die Informationen zur Anschluss-Sicherung“, wie KVG-Pressesprecher Oliver Blau erklärt. So können Busse dann auch angewiesen werden, auf verspätet eintreffende Züge von Bahn und Metronom zu warten, „sofern die Verspätung nicht zu groß ist“.

Zuständig für die Übertragung der Daten auf die Anzeigedisplays ist laut Konzept die KVG. Dazu sollen sämtliche erforderlichen Daten von eingesetzten Bussen und Bahnen über eine zentrale Datendrehscheibe in Bremen abgewickelt werden, in die neben dem dortigen Verkehrsverbund auch der HVV eingebunden ist. „Erst so können die Informationen in Echtzeit an die Fahrgastinformationssysteme weitergegeben werden“, sagt Blau. Die Übermittlung der dort eingespeisten Daten auf die Displays an den Haltestellen geschieht dann per Mobilfunk.

„Unser Ziel ist es, mit dem dynamischen Fahrgastinformationssystem ein Paket zu schnüren, das für den Fahrgast rund ist.“ Laut Kooperationsvertrag zwischen Stadt, Kreis und KVG soll mit der Installation der DFI-Anzeiger in 2017 begonnen werden.

Von Ulf Stüwe